ADAC Hauptversammlung unter dem Reformstern

Der ADAC scheint nach der langen Phase von Skandalfällen nun sein Versprechen wahr zu machen. Die diesjährige Hauptversammlung des Automobilclubs steht ganz unter dem Stern der angekündigten Reformen. Diese betreffen vor allem den Umbau interner Strukturen sowie die Veränderung der kommerziellen Interessen.

 

SONY DSC

Foto: © Bernd Kasper/pixelio.de

Weniger Kommerz und Lobbyarbeit, mehr Demokratie

Mit der Ankündigung, die Verfolgung der wirtschaftlichen Ziele und den Kommerz zurückzufahren, reagiert der Automobilclub auf die harsche Kritik, dass es für einen Verein nicht angemessen sei, in der Art zu wirtschaften, wie es der ADAC in der Vergangenheit tat. Nach dem Aufdecken der Skandale wurden immer wieder Forderungen laut, dem zweitgrößten Automobilclub Europas den Vereinsstatus abzuerkennen. Auch die Lobbyarbeit, die der ADAC in der Vergangenheit umfassend betrieb, soll künftig vermieden werden. Doch die Reformen sollen noch weitergehen. Auf der Hauptversammlung kündigte der ADAC weiter an, auf die Mitglieder zuzugehen und mehr interne Demokratie zu wagen.

Schärfere Kontrolle

Zudem sollen die Mitarbeiter einer strengeren Kontrolle unterliegen, um solche Skandale, wie sie in der jüngsten Zeit ans Licht gekommen sind, erst gar nicht entstehen. Mittelpunkt der neuen Kontrolle wird eine Plattform im Internet sein, auf der Betroffene anonym auf Verstöße hinweisen können. Damit die Transparenz und die Unabhängigkeit gewährleistet sind, sollen die Fälle extern von einer Anwaltskanzlei bearbeitet werden.

Umbau muss weiter gehen

Doch auf der Hauptversammlung des Automobilclubs sind auch harsche Worte zu hören. Viele, vor allem externe Kritiker bemängeln, dass die Vorhaben nur Augenwischerei sind. Edda Müller, der Chefin von Transparency Deutschland und Mitglied des ADAC-Beirates gehen die geplanten Reformen nicht weit genug. Auch sie kritisierte die gewinnorientierte Wirtschaftstätigkeit, die für einen Verein nicht zulässig ist. Vor allem die Bereiche, die den Verbraucherschutz betreffen, müssten frei gehalten werden von gewinnorientierten Interessen. Auch die Mitgliederpolitik und das aggressive Werben gerade unter Jugendlichen müssten dringend geändert werden, so Müller.

Schenke Sterne

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


− sechs = 2

DAPARTO Blog © 2015 Impressum Frontier Theme