ADAC Pressechef gibt Manipulation zu

“Unsinn” und eine “Schande für den Journalismus” – mit markigen Worten hat Michael Ramstetter, der langjährige Chef der Kommunikationsabteilung des ADAC, auf der Preisverleihung des “Gelben Engels” die Vorwürfe der Süddeutschen Zeitung zurückgewiesen, die besagten, dass der Automobilclub bei der Abstimmung zu dem Preis manipuliert habe. Nur wenige Tage später knickte Ramstetter nun ein und gestand, dass bei der Preisvergabe Fehler gemacht wurden. Als Konsequenz gab er seinen Rücktritt bekannt.

 

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Foto: © Der Automobilclub ADAC hat eine schwere Imagepanne erlitten Foto: © Karl-Heinz Laube/pixelio.de

Keinen Einfluss auf die Platzierung der Fahrzeuge

Ramstetter gab zu, die Manipulationen bei der Wahl zum beliebtesten Auto der Deutschen vorgenommen zu haben. Er habe “Scheiße gebaut”. Christian Garrels, ein Sprecher des ADAC, bestätigte den Rücktritt. Karl Obermair, der Geschäftsführer des Automobilclubs, kündigte eine umfassende Untersuchung an. Obermair zufolge ist dieser Vorfall nicht der einzige, die Schönrechnung der Zahlen hatte offenbar System. Ramstetter hatte auch in den vergangenen Jahren die Zahlen bei der Preisverleihung manipuliert. Auf die Platzierung der jeweiligen Fahrzeuge hatte die Manipulation jedoch keinen Einfluss, so die Prüfer des ADAC. Die Führung soll zu keiner Zeit von den Unregelmäßigkeiten Kenntnis gehabt haben, alles lag demnach in den Händen des Kommunikationschefs.

Wirtschaft, Politik, Automobilexperten und Verbraucher fordern Aufklärung

Die Affäre ist nicht nur für Ramstetter ein Problem. Dem mit 19 Millionen Mitgliedern größten und einflussreichsten Automobilclub Europas droht ein gewaltiger Imageschaden und Vertrauensverlust, den die angekündigte lückenlose interne Prüfung vielleicht etwas mildern, jedoch keinesfalls abwenden kann. Ein Debakel, da der ADAC vom Vertrauen der Deutschen lebte. Der Automobilclub erlangte bei Umfragen zum Vertrauen der Verbraucher stets den Spitzenplatz. Nun sind die Deutschen verunsichert und stellen sich die Frage, welchen Zahlen man dem ADAC nun noch glauben könne.

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