ADAC: Ungereimtheiten bei Erklärungen

Die ADAC-Spitze hat seit dem Geständnis ihres Kommunikationschefs, Michael Ramstetter, stets versichert, nicht in die Manipulationen um die Vergabe des Preises “Gelber Engel” involviert gewesen zu sein. Man habe zu keiner Zeit Kenntnis von den Vorgängen gehabt. Doch nun lassen widersprüchliche Aussagen des Geschäftsführers des ADAC, Karl Obermair, und Peter Meyer, Präsident des Automobilclubs aufhorchen.

 

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Foto: © Joachim Reisig / pixelio.de

Offiziell keine Kenntnis

Die ADAC-Führung wies noch bei der Preisverleihung des “Gelben Engels” am Donnerstag vergangener Woche alle Vorwürfe zurück. Bis dahin sei man noch von der Unschuld des Kommunikationschefs und der Haltlosigkeit der Vorwürfe ausgegangen. Obermair hat eigenen Angaben zufolge sofort nach dem Artikel in der Süddeutschen Zeitung eine interne Untersuchung eingeleitet. Dennoch konnte die vorgeworfene Unregelmäßigkeit nicht aufgeklärt werden. Ein Grund dafür sei, dass man den mittlerweile ehemaligen Chef der Kommunikationsabteilung nicht habe erreichen können. Nach der Preisverleihung gab es endlich eine Unterredung zu dem Vorfall, in der sich Ramstetter in Widersprüche verstrickt habe. Ab diesem Zeitpunkt witterte der Geschäftsführer Obermair nach eigener Aussage erstmals Betrug.

Widersprüche

Nun tauchen jedoch die ersten Widersprüche auf. So heißt es nun, dass die Untersuchung doch erst am Dienstag, den 13. Januar, begonnen habe, deutlich später als von Obermair angegeben. Doch egal, wann die Untersuchung begann, die Süddeutsche spricht von Indizien, die besagen, dass die ADAC-Führung schon vor der Preisverleihung im Bilde war und dass ihnen bereits bewusst war, dass die ermittelten Zahlen der Zeitung echt seien. Dennoch sollte die Preisverleihung stattfinden. ADAC-Geschäftsführer Obermair bemüht sich nun um eine schnelle Schadensbegrenzung und hat ein Reformprogramm angekündigt, das für mehr Transparenz sorgen soll. Im Mai will er der Hauptversammlung die entsprechenden Vorschläge unterbreiten. Und diese Reform werde kein halbherziger Schnellschuss, sondern gründlich und sorgfältig durchgeführt, wobei man auch auf externen Rat zurückgreifen werde, verspricht er.

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