ADAC: Untersuchungsbericht vorgelegt

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat ihre Untersuchung beschlossen, seit Montag liegt der Prüfungsbericht über die Unregelmäßigkeiten bei der Wahl zum Preis “Gelber Engel” vor. Zunächst hatte der ADAC den Bericht lediglich intern ausgewertet, nun ist der Bericht öffentlich zugänglich. Und er zeigt, dass die Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen.

 

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Foto: © Karl-Heinz Laube/pixelio.de

Fehlerhafte Verarbeitung und vorsätzliche Manipulation

Der Bericht belegt demnach, dass die Daten der Teilnehmerzahlen als auch die Rangfolge im Ranking der Lieblingsautos der Deutschen manipuliert worden sind. Die falschen Ergebnisse sind Deloitte zufolge sowohl auf technisch fehlerhafte Verarbeitung der Daten sowie auf vorsätzliche Manipulation zurückzuführen. Demnach soll der ehemalige Chef der Kommunikationsabteilung des ADAC unterschiedliche Szenarien auf seinem PC simuliert haben, die die Ergebnisse veränderten.

Automobilhersteller geben Preise zurück

Die Ergebnisse des Untersuchungsberichtes sind nicht nur für den ADAC überaus unangenehm, sondern auch für die Fahrzeughersteller, die ihre Autos mit der Auszeichnung beworben haben. Daimler hat bereits reagiert und alle “Gelben Engel” zurückgegeben. Auch BMW und Volkswagen wollen ihre Drohungen wahr machen und sämtliche Auszeichnungen zurückschicken.

Meyer will Chef im Heimatverband Nordhrein bleiben

Peter Meyer, der Präsident des Automobilclubs, hat ebenfalls die Konsequenzen aus der Affäre gezogen. Aufgrund des stetig anwachsenden Drucks der Öffentlichkeit hat er mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt als ADAC-Präsident eingereicht. In den vergangenen Wochen hatte er kategorisch abgelehnt, seinen Posten zu räumen, da er nach eigener Aussage nichts mit der Affäre zu tun habe. Mit seinem Rücktritt kommt er seinem Rausschmiss durch die ADAC-Führung zuvor. Dem Automobilclub will er allerdings erhalten bleiben und weiterhin als Chef des Heimatverbandes Nordrhein arbeiten.

Tabula rasa

Nun steht der ADAC vor einer gewaltigen Aufgabe. Der Rücktritt des Präsidenten und kosmetische Überarbeitungen in einigen Bereichen sind nicht ausreichend. Ein konsequenter Neuanfang und eine gründliche Umstrukturierung des Automobilclubs sind nun notwendig, um das Vertrauen der Verbraucher und der Automobilbranche zurückzugewinnen. Wichtig ist vor allem die strikte Trennung des Vereins ADAC und dem wirtschaftlichen Bereich sowie die Bildung eines neuen Aufsichtsgremiums. Zudem müssten die Personen, die in die Affäre verwickelt sind, stärker in die Verantwortung gezogen werden. Erste Schritte hat der ADAC bereits angekündigt. Man werde rechtliche Schritte gegen den ehemaligen Kommunikationschef, Michael Ramstetter, vorbereiten.

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