Die Allgäu Orient Rallye – großes Abenteuer für kleines Geld

2015 startet zum zehnten Mal eines der letzten automobilen Abenteuer – die Allgäu Orient Rallye. 666 mutige Frauen und Männer werden sich mit klapprigen Kisten ihren Weg vom Allgäu nach Jordanien bahnen. Der knapp 7.000 Kilometer lange Trip verlangt sowohl den Teilnehmern als auch den Autos einiges ab. Traditionsgemäß ist der erste Preis wieder ein Kamel.

Als Preisgeld für den Sieg gibt es ein Kamel

Als Preis für das Siegerteam gibt es ein Kamel. Foto: Allgäu-Orient-Rallye e.V.


Die Allgäu-Orient-Rallye feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Im Jahr 2006 aus einer Bierlaune heraus entstanden soll die Rallye eine bezahlbare Alternative zur Paris-Dakar darstellen. So können auch Amateur-Rallyefahrer teilnehmen und durch den Wüstensand brettern.

Neben dem reinen Spaßfaktor, der bei der Rallye im Mittelpunkt steht, unterstützen die Fahrer soziale Projekte. Doch nicht nur der soziale Gedanke macht dieses Abenteuer einmalig. Die Fahrer müssen sich an die Straßenverkehrsordnung der jeweiligen Länder halten, die durchfahren werden. Einzige Ausnahme bildet eine Sonderprüfung in der jordanischen Wüste.

Am ehesten lässt sich die Allgäu-Orient-Rallye wohl mit einer Oldtimer- und Youngtimer-Rallye vergleichen. Wer aber nun an edle Karossen denkt, welche auf Hochglanz poliert am Start stehen, irrt. Die teilnehmenden Fahrzeuge müssen mindestens 20 Jahre alt sein oder einen Wert von 1.111,11€ nicht übersteigen. Wie der Name der Rallye bereits vermuten lässt, startet diese im Allgäu und führt in den Orient. Um genauer zu sein, startet sie in Oberstaufen, einer 7.500 Seelen-Gemeinde im Oberallgäu. Das Ziel ist Amman, die Hauptstadt Jordaniens. Während der Tour erwarten die Fahrer dort Temperaturen von über 27 Grad.

Für 2015 bereits ausgebucht

Die Allgäu-Orient-Rallye 2015 steht bereits in den Startlöchern. Anmelden können sich Interessierte leider nicht mehr zu dem Spektakel. Doch wer 2016 dabei sein will, sollte sich den 7. August 2015 im Kalender vormerken – dies ist der letztmögliche Anmeldetag zur Rallye 2016.

Von Oberstaufen im Allgäu in rund 21 Tagen zum Toten Meer

Der Start der Rallye steht noch nicht genau fest. Sicher ist, dass die Rallye am 09. oder am 10. Mai 2015 in Oberstaufen starten wird. Ca. 21 Tage werden die Teams brauchen, um das Ziel in Jordanien zu erreichen. Da die Region um Syrien derzeit politisch instabil ist, lässt sich die genaue Route und die exakte Reisedauer noch nicht festlegen. Läuft alles nach Plan, findet die Siegerehrung der Rallye am 31. Mai am Toten Meer statt.

Die Allgäu-Orient Rallye führt ca 7.000 KM von Bayern nach Jortdanien

Die Allgäu-Orient-Rallye führt ca 7.000 KM von Bayern nach Jordanien. Foto: Allgäu-Orient-Rallye e.V.

Eine Reise in eine andere Welt – die Route

Bis zur Rallye 2011 verlief die Route immer durch Syrien. Durch die angespannte Situation im Land musste dies jedoch geändert werden, da eine Durchfahrt viel zu unsicher für die Teilnehmer wäre. 2011 musste die Rallye in der Türkei beendet werden, 2012 wurde aus diesem Grund das Ziel der Rallye nach Baku verlegt. Nach Beendigung des Rennens konnten die Teilnehmer Jordanien mit dem Flugzeug erreichen.

Seit 2013 verläuft die Route der Rallye nun durch Israel. So lässt sich das Krisengebiet Syrien geschickt umfahren. Die Überlegung, in welcher Stadt die Rallye enden sollte, war 2006 für die Gründer schnell getroffen. Grund hierfür waren gute Kontakte nach Jordanien. Auch der Standort Oberstaufen als Start der Rallye wurde nicht lange verhandelt, da die Gründer der Rallye aus dieser Stadt stammen. Außerdem hilft die Gemeinde bei der Organisation der Vorstartfeier und nimmt den Organisatoren somit eine Menge Arbeit ab.

Anforderungen an die Teams

2015 werden wieder 111 Teams (plus 12 VIP-Teams) an den Start gehen und sich dem Abenteuer stellen. Die Teams bestehen aus je sechs Teilnehmern. Ein Team muss mit drei Autos antreten. Pro Auto werden zwei Fahrer benötigt. Alternativ können auch für ein Auto zwei Motorräder antreten.

Team 77 Getriebesand: gesponsert von Daparto – dem Autoteile-Preisvergleich im Internet

Wir freuen uns besonders mitteilen zu können, dass DAPARTO dieses Jahr ein Team sponsert. Dabei handelt es sich um die Nummer 77 – das Team Getriebesand. Mit sechs Personen und drei Boliden geht das Team an den Start. Gefahren werden zwei Saab 9000 und eine Mercedes C-Klasse. Alle Wagen sind Schalter und haben zusammen bereits 846.000 km auf dem Tacho. Neben der Charity-Aktion der Rallyeveranstalter unterstützt das Team 77 ein Waisenhaus in Albanien mit Sachspenden. Im Rahmen der Rallye gibt das Team die Sachspenden direkt vor Ort ab. Das unterstützte Waisenhaus wurde von der Sternstunden e.V. gegründet und steht unter deutscher Leitung. Wer die Aktion unterstützten möchte, kann sich gerne an das Team wenden.

Die Fahrzeuge sind betucht – mindestens 20 Jahre alt oder 1.111 € wert

Die Fahrzeuge dürfen jeweils maximal 1.111 € Wert haben

Die Fahrzeuge dürfen jeweils maximal 1.111 € Wert haben. Foto: Allgäu-Orient-Rallye e.V.

Welches Team mit welchen Fahrzeugen unterwegs ist, lässt sich auf der Fahrzeugeseite der Rallye-Organisatoren einsehen. Wie bereits in den vergangenen Jahren sind vor allem Kombis bei den Rallyeteilnehmern sehr beliebt. Alle Autos im Feld sind entweder älter als 20 Jahre oder sind weniger als 1.111,11€ wert. Dies sind die Startbedingungen für die Rallye. Eine Straßenzulassung und ein frischer TÜV sind Pflicht, um an der Rallye teilnehmen zu dürfen.

Die Allgäu-Orient Rallye als Charity-Event

Wie schon mehrfach erwähnt ist die Rallye kein bloßes Fun-Event, sondern hilft bedürftigen Menschen in der Zielregion. Alle teilnehmenden Autos werden in Jordanien versteigert. Der Erlös der Verkäufe wird Hilfsprojekten zugeführt. In den neun Jahren des bisherigen Bestehens der Veranstaltung kamen bereits über 900.000€ an Spenden zusammen, die den Menschen in Jordanien zugutekamen. Neben den offiziellen Projekten planen die meisten Teams eigene kleinere Projekte und bringen Lebensmittel oder Spielzeug zu bedürftigen Menschen in der Region. Auch das Preisgeld des Rennens wird von den Teams gespendet. Beim Rallyesieg winkt dem Gewinnerteam ein Kamel. Da das Tier nur schwer nach Deutschland eingeführt werden kann, verschenken es die Sieger vor Ort.

Diese Regeln müssen die Teilnehmer beachten

Die Spielregeln der Allgäu-Orient Rallye sind einfach, verständlich und schnell erklärt. Sie lauten wie folgt:

Regeln zu den Fahrzeugen

  • Alle Autos müssen entweder älter als 20 Jahre sein oder dürfen nicht mehr als 1.111,11€ wert sein.
  • Auch die Motorräder müssen entweder älter als 20 Jahre sein oder weniger als 1,11€ pro ccm Hubraum wert sein.
  • Die Fahrzeuge bleiben für den guten Zweck im Zielland.

Regeln zu den Teams

  • Ein Team besteht aus 6 Personen und 3 Autos. Jedes Auto muss mit zwei Personen besetzt sein.
  • Es müssen nicht alle Fahrzeuge am Zielort ankommen. Es müssen jedoch alle Teammitglieder geschlossen mit mindestens einem Auto den Zielort erreichen.

Regeln zur Route

  • Jedes Team ist frei in der Streckenwahl. Es müssen nur einige Checkpoints zwangsläufig passiert werden.
  • Es ist untersagt, Autobahnen zu fahren.
  • Es ist untersagt, Fähren oder andere Transportmittel für das Fahrzeug zu nutzen.
  • Der Einsatz von Navigationssystemen zur Streckenfindung ist untersagt.

Sonstige Regeln

  • Übernachtet wird entweder im Zelt oder im Auto. Es kann ebenfalls ein Hotel gebucht werden, dies darf aber nicht mehr als 11,11€ pro Nacht kosten.
  • Alle Kosten und Passagen müssen in einem Roadbook festgehalten werden

Das „Preisgeld“

Ein „Preisgeld“ gibt es bei der Rallye nicht. Doch das Gewinnerteam geht auch nicht leer aus. Für den ersten Platz gibt es ein Kamel. Das Tier wird von den Siegern noch vor Ort an Bedürftige verschenkt.

Das kostet die Teilnahme an der Allgäu-Orient-Rallye

Kein Geld für Luxus bei der Allgäu-Orient Rallye

Kein Geld für Luxus bei der Allgäu-Orient Rallye. Foto: Allgäu-Orient-Rallye e.V.

Autorennen sind nie günstig und so ist auch die Allgäu-Orient-Rallye mit einem größeren finanziellen Aufwand verbunden. Im Vergleich zu anderen ist die Veranstaltung aber ein echtes Schnäppchen. Da die Rallye bereits eine große Bekanntheit genießt, haben die meisten Teams keine Probleme, Sponsoren für das Abenteuer zu finden. So werden die Kosten für die Reise deutlich reduziert. Neben der Sponsorensuche gab es in den letzten Jahren immer wieder pfiffige Ideen zur Refinanzierung des Abenteuers. Zwei besonders pfiffige Ideen waren unserer Meinung nach folgende:

  • Teams haben sich Dellen in das Auto schlagen lassen und pro Hieb 10€ verlangt.
  • Ein anderes Team hat Menschen für einen Euro auf dem Fahrzeug unterschreiben lassen. Insgesamt 2.000 Unterschriften trug der Wagen am Ende.

Außerdem haben mehrere Teilnehmer nach der Rallye Bücher über ihre Erlebnisse veröffentlicht.

Die Alternativen

Es gibt weltweit nur eine Rallye, die mit der Allgäu-Orient-Rallye vergleichbar ist: die Plymouth Banjul Challange. Diese Rallye folgt der Route der Rallye Paris-Dakar. Die verwendeten Fahrzeuge dürfen dabei nicht teurer als 100 Pfund  (ca. 150€) sein. Außerdem dürfen die Teilnehmer nur 15 Pfund in die Aufbereitung der Wagen investieren.

DAPARTO wünscht allen Fahrern der Allgäu-Orient-Rallye viel Spaß bei ihrem Abenteuer.

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