AOR 2015: Interview mit Lukasz vom Gewinnerteam der Allgäu-Orient-Rallye 2015

Die Allgäu-Orient-Rallye 2015 ist vorbei. In der 10. Auflage des Abenteuers konnte das von DAPARTO gesponserte Team 77 Getriebesand bei seiner ersten Teilnahme den Sieg nach Hause fahren. Grund genug persönlich zu gratulieren und ein Interview mit Teammitglied Lukasz zu führen.

Die Teilnehmerteams der Allgäu-Orient-Rallye 2015 sind inzwischen allesamt in den Alltag zurückgekehrt. Wir nutzten die Gelegenheit, Lukasz vom Gewinnerteam Getriebesand persönlich zu gratulieren und dabei gleich ein paar Fragen loszuwerden.

Martin von DAPARTO gratuliert Lukasz vom Team 77 Getriebesand zum Sieg der Allgäu Orient Rallye 2015

Martin von DAPARTO gratuliert Lukasz vom Team 77 Getriebesand zum Sieg der Allgäu-Orient-Rallye 2015.

DAPARTO: Hallo Lukasz, herzlichen Glückwunsch an Euer Team! Wir freuen uns mit Euch. Was uns natürlich am meisten interessiert: Würdest Du nochmal an dieser Rallye teilnehmen?

Lukasz: Da wir gleich beim ersten Mal gewonnen haben, ist die Motivation nicht groß, nochmal zu fahren. Ich überlege aber nochmal teilzunehmen, sobald man durch Syrien und den Libanon fahren kann. Dann auch mit Leuten aus meinem ursprünglichen Team, die dieses Jahr leider aussteigen mussten. Das wird aber bestimmt noch ein paar Jahre dauern.

DAPARTO: Was würdest Du beim nächsten Mal anders machen?

Lukasz: Ich hätte Lust, ein schäbigeres Auto zu fahren, einen Golf I oder so und diesen dann auf die Rallye vorzubereiten. Unser Benz war ein Glücksgriff und hatte keine Probleme mit der Hitze oder Belastung. Das war fast schon etwas langweilig, dass der alles mitgemacht hat.

DAPARTO: Habt ihr euch im Team gestritten?

Lukasz: Klar! Wir waren ein Patchwork-Team. Vor der Rallye kannten wir uns nicht und wir waren unterschiedliche Charaktere. Man verbringt ja doch ziemlich viel Zeit miteinander. Aber angesichts dieser Tatsachen sind wir dann doch ziemlich gut miteinander klargekommen. Es hätte auch total schief laufen können.

Siegermedaillie der Allgäu Orient Rallye 2015

Siegermedaille und Mitbringsel von der Allgäu Orient Rallye 2015

DAPARTO: Wirst Du Dir wieder ein Auto kaufen?

Lukasz: Ja, aber nicht für Berlin. Ich mag die Idee, ein Auto für einen Road Trip zu kaufen. Beim nächsten Mal möchte ich irgendwo hinfliegen, dort ein Auto kaufen und damit zurückfahren. Ich denke da gerade an Irland und einen Mitsubishi Evo. Damit möchte ich dann über Schottland und England zurückfahren.

DAPARTO: Gab es Dinge, mit denen Du im Vorfeld nicht gerechnet hättest?

Lukasz: Die Verbreitung von Autogas. Ich hätte nicht gedacht, dass es bis zum Ziel eine fast lückenlose Versorgung mit Autogas gibt.

DAPARTO: Was war Dein außergewöhnlichstes Erlebnis auf der Rallye?

Lukasz: Die Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit in der Türkei und Jordanien. Uns wurde immer gerne geholfen, wenn wir uns verfahren haben oder Autopannen hatten. Viele Leute wollten mit uns quatschen und uns zum Essen einladen.

 DAPARTO: Wie war der Zusammenhalt zwischen den Teams?

Lukasz: Man hat sich gegenseitig geholfen, wenn etwas war. Das war schon alles entspannt und freundschaftlich. Es gab kein Konkurrenzdenken. Einzig ein Team wollte lieber für sich sein und hat sich so nicht viele Freunde gemacht.

DAPARTO: Was habt ihr mit dem Gewinn, eurem eigenen Kamel, gemacht?

Lukasz: Bisher noch nichts. Das Thema ist noch offen.  Das Kamel sollte an eine Beduinen-Familie gehen.  Aber das ist nicht so einfach. Die Familie muss mit dem Tier auch umgehen können. Ich wüsste auch gerne, wo das Kamel dann ist, um es mal besuchen zu können.

Dieses Kamel überreichten wir Lukasz symbolisch als Zeichen der Anerkennung für die tolle Leistung

Dieses Kamel überreichten wir Lukasz symbolisch als Zeichen der Anerkennung für die tolle Leistung.

DAPARTO: Was passiert mit Euren drei Autos?

Lukasz: Die werden in Jordanien verkauft und das Geld wird gespendet. Wofür das Geld am Ende dieses Jahr verwendet wird, wird noch bekanntgegeben.

DAPARTO: Gab es eigentlich irgendwelche Konflikte mit der Polizei während der Rallye?

Lukasz: In Montenegro hat man uns “geblitzt” und abgezockt. Ansonsten gab es keine Probleme. Temposünden gabs viele. Auch wenn das kein Rennen ist, befindet man sich trotzdem in einem Renn-Modus. Gab auch viele überfahrene rote Ampeln. Und wenn man ein gegnerisches Team an einer roten Ampel angetroffen hat, gab es auch mal eine spaßige kleine Rennen.

DAPARTO: Gibt es noch etwas, was du uns sagen möchtest?

Lukasz: Ja auf jeden Fall – keine Angst haben. Die Länder sind alle friedlich und zivilisiert. Vor allem Jordanien war das friedlichste Land von allem. Die Rallye ist auch ziemlich harmlos. Es gibt überall Wasser, Essen, Benzin und Werkstätten. Es gab Teams, die relativ starke Vorurteile gegenüber den Ländern außerhalb Deutschlands hatten. Es gab Autos, die waren total vollgepackt mit Wasser-, Benzinkanistern und Autoreifen. Bei einem Team haben wir 16 Ersatzreifen gezählt. Es gab Teams, die schon in Österreich Benzinkanister vollgemacht haben. Und diese dann bis nach Mersin runtergefahren haben. Dort mussten diese dann geleert werden, weil es hieß, dass man damit nicht nach Israel einreisen darf.

 

 DAPARTO: Vielen Dank Lukasz, weiterhin viel Erfolg und bis bald.

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