AOR 2015: Rallye-Atmosphäre auf den letzten Kilometern vor dem Ziel

Auf der Zielgeraden der 10. Allgäu-Orient-Rallye erleben die Teams echte Rallye-Atmosphäre. Neben jeder Menge Sand gibt es wieder das, was zum Sinnbild dieser Rallye wird – Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und eigene Eindrücke, die nicht immer dem vorherigen Meinungsbild entsprechen.

AOR 2015: Am 10. Mai 2015 starteten 110 Teams in Oberstaufen zu Ihrem Abenteuer Rallye. Das Ziel ist die jordanische Hauptstadt Amman. Die maximal 1.111 € teuren Fahrzeuge haben – bis auf wenige Ausnahmen – die Strapazen erstaunlich gut überstanden. Auf den letzten Kilometern gibt es vor allem eins: Sand, verdammt viel Sand.

Wüstensand in Jordanien

Wüstensand in Jordanien

An der Grenze zu Syrien: Das Leben verläuft normal – von Konflikten ist nichts zu spüren

Das von Daparto gesponserte Team 77 Getriebesand befindet sich auf dem Weg nach Amman nahe der Grenze zu Syrien. Aus den Medien kennen wir diese Region als gefährlich und konfliktbehaftet. Mit entsprechemd mulmigen Gefühl befährt das Team den Bereich rund um Ramtha, nur vier Kilometer von Syrien entfernt. Überraschenderweise jedoch ist von Zerstörung, Gewalt oder Militär nach Aussen nichts zu sehen. Die Bevölkerung geht einem normalen Leben nach. Es gibt normale Wohnungen, Villen und Einkaufszentren. Sogar einen “Halbdeutschen” trifft das Team. Bei einem Gespräch berichtet ein Jordanier, er habe eine Zeit in Oberammergau gelebt. Der Jordanier wünscht sich, das Team beim Essen näher kennenzulernen. Wie so oft auf der Allgäu-Orient-Rallye bleibt dafür leider keine Zeit – schade, aber das Nachtlager inmitten der Wüste wartet bereits.

 

 

Gut geschlafen in der Wüste – Das Team verpasst den Besuch des jordanischen Kronprinzen

Am nächsten Morgen erleben alle Teams eine Überraschung – das Team 77 Getriebesand wohl aber eine andere Überraschung als geplant. Rund um das Zeltlager befindet sich nun doch das prophezeite Militär. Gepanzerte Jeeps, Soldaten mit Maschinenpistolen. Die Angst klärt sich schnell auf. Der Jordanische Kronprinz Hussein bin Abdullah besuchte das Lager der Rallyeteilnehmer. Großer Besuch im Camp, nur das Team 77 hat dies leider verschlafen.

Das AOR 2015 Team Getriebesand beim Camp in der Wüste

Das AOR 2015 Team 77 Getriebesand im Wüstencamp

 

Damit der Spaß nicht zu kurz kommt: Driften in der Wüste und Kontakt mit der einheimischen Polizei

Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel kehrt langsam Entspannung bei den Teams ein – bald ist es geschafft und ein wenig Spaß im Sand lockert die Stimmung auf. Der Hinterrad-getriebene Mercedes C 180 darf jetzt zeigen, warum Rallye Fahrer Frontantrieb doof finden. Im niedrigen Gang und viel Drehzahl ist das Heck kaum zu halten und die Gesichter von Lukasz und Marcel grinsen im Takt. Hier spielt der Saab den Spielverderber. Ein Platten beendet den Fahrspaß in der Wüste. Da ein Reifenwechsel in der Wüste so seine Tücken hat (schon mal probiert einen Wagenheber im Sand sicher zu fixieren?), freut sich das Team mal wieder über die unbeschreibliche Gastfreundschaft der Einheimischen. Die Überraschung hier jedoch: die Einheimischen sind im Dienst und eigentlich eher Polizisten als Pannenhelfer. Ob es sowas in Deutschland je geben wird?

Polizist hilft beim Reifenwechsel

Polizist hilft beim Reifenwechsel

 

Die C Klasse zeigt sich unbeeindruckt

Die C Klasse zeigt sich unbeeindruckt

 

Die Versorgung mit Autogas ist sehr gut – so gut, dass ein Fehler in der Benzinversorgung lange unentdeckt blieb

Kurz vor dem Ziel zeigt dann auch der fast 500 tkm alte zweite Saab 9000, dass er kaputt gehen kann. Der Wahlschwede ist mit einer Autogas-Anlage (LPG) ausgestattet und hält so die Kraftstoffkosten des Teams erfreulich niedrig. Während der gesamten Reise war die Versorgung mit diesem Alternativkraftstoff so gut, dass kaum mit Benzin gefahren werden musste. Hier in Jordanien jedoch ist das Auto auf “echtes” Benzin angewiesen. Schnell machte sich massiver Benzingeruch und Angst bei den Insassen breit. Da Besitzer Andreas sein Auto seit Jahren kennt, war die Ursache schnell identifiziert. Der Tank war im Bereich der Benzinpumpe undicht. Die angesteuerte Werkstatt konnte den Fehler schnell beheben und wollte mal wieder kein Geld für die Reparatur – wie schon so oft auf dieser Reise. Als Dankeschön verschenkte das Team mitgebrachte T-Shirts und bekam zum Dank dafür ein Fotoshooting geschenkt.

Reparatur Benzinpumpe Saab 9000

Reparatur Benzinpumpe Saab 9000

 

Fotoshooting nach Reparatur

Fotoshooting nach Reparatur

Amman – Übernachtung im King Hussein Park und Sachspenden für Kinder

Nach Reparatur und Fotoshoot geht es weiter zum Ziel. Überglücklich erreicht das Team die jordanische Hauptstadt Amman. Endlich geschafft! 17 Tage war das Team unterwegs und hat viele Abenteuer gemeistert. Erleichtert verbringt das Team die Nacht im King Hussein Park, um am nächsten Tag nochmals den Charity Charakter der Rallye zu unterstreichen. Im dortigen Kindermuseum werden Kindern gefüllte Schulranzen und Musikinstrumente überreicht.

An Kinder wurden Sachspenden überreicht

An Kinder wurden Sachspenden überreicht

Das Kindermuseum des Landes ist von der Königin errichtet und sehr sehenswert. Unter anderem werden dort Briefe von Kindern gesammelt, die sich über die aktuelle Lage der Welt äußern. Da es heißt, dass Kinder die Wahrheit sagen, werden diese Briefe dann an entsprechende Politiker weitergeleitet. So hofft die jordanische Regierung, einen Teil zur Verbesserung der Lage beizutragen.

Sehr gespannt macht sich das Team dann auf zum Toten Meer – hier findet die Siegerehrung der 10. Auflage der Allgäu-Orient-Rallye 2015 statt. Wer hat wohl gewonnen? Ihr erfahrt es hier im Blog.

 

Impression Jordanien

Impression Jordanien

 

Verbindung aus Moderne und Altertum

Verbindung aus Moderne und Altertum

 

Umweltschutz steht nicht im Vordergrund

Umweltschutz steht nicht im Vordergrund

 

Polizei in Jordanien

Polizei in Jordanien

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