Apple drängt in die Automobilindustrie

Die Zeiten, in denen das Auto die Insassen hauptsächlich möglichst sicher und zügig zum Zielort bringen sollte, sind vorbei. Mails checken, Podcasts hören, dauerhafte Vernetzung, die Anforderungen an das Auto sind umfangreich, das Fahrzeug soll Büro und Entertainmentzentrum zugleich sein. Die digitale Revolution wälzt auch die Fahrzeugindustrie um. Und diese ist kaum darauf vorbereitet, die Anforderung selbst zu bewältigen. Also suchen sie sich Hilfe von außen, die Kooperationen zwischen Autobauern, Zulieferern und namhaften IT-Unternehmen nehmen zu.

Apple Autoindustrie

Foto: © Harald Wanetschka/pixelio.de

Apple drängt auf den Markt

 

Dreh- und Angelpunkt der automobilen Vernetzung ist das Smartphone. Derzeit hat in diesem Bereich Google mit seinem Betriebssystem Android die Nase vorn. Doch auch Apple drängt mit aller Macht auf den Markt. Medienberichten zufolge konnte der IT-Konzern bislang die Fahrzeughersteller Ferrari, Mercedes Benz und Volvo sowie den Zulieferer Bosch für eine tiefere Zusammenarbeit gewinnen. Auf dem kommenden Auto Salon in Genf wollen die Unternehmen die Kooperation präsentieren.

 

Milliardengeschäft

 

Für Wolf-Henning Schneider, dem Geschäftsführer des Bereiches Kraftfahrzeugtechnik, ist das vernetzte Fahrzeug das Geschäft der Zukunft, das in der nächsten Dekade Umsätze in Milliardenhöhe bringen wird. Der Zulieferer hat derzeit mehrere Projekte in Arbeit, darunter der automatische Notruf, der im kommenden Jahr in der gesamten EU zur Pflicht wird und das automatische Bezahlen an Ladestationen. Doch diese Funktionen sind nur Kleinigkeiten gegenüber den weiteren Plänen der Konzerne. Das Autofahren soll komplett umgestaltet werden und der Fahrer als wichtiger Faktor der Mobilität verschwinden. Allerdings soll das wirklich autonome Fahren Schneider zufolge erst Mitte des kommenden Jahrzehntes realisiert werden.

 

Selbstbild der Autobauer ändert sich

 

Bis dahin wird das Auto jedoch stärker ins Netz eingebunden und bald als Sensor fungieren, von dessen Daten die anderen Verkehrsteilnehmer profitieren. Noch sind zahlreiche rechtliche Fragen offen und die Datenschützer sind skeptisch ob der neuen Entwicklungen, doch Schneider zufolge dürfte die Lösung dieser Fragen kein Jahrzehnt mehr dauern. Die Umwälzung der Fahrzeugindustrie ist keine Zukunftsmusik mehr. Die rasanten Entwicklungen haben das Selbstbild der Unternehmen bereits nachhaltig verändert. So versteht sich unter anderem Ford nicht mehr als reinen Autobauer, sondern als IT-Unternehmen. Wie konsequent der Konzern das Selbstbild umsetzt, hat sich gerade gezeigt. Der neue Focus wurde nicht auf der Automesse in Genf vorgestellt, sondern auf einer Mobilfunkmesse in Spanien.

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