Auto der Zukunft und rechtliche Bedenken

Das Google Auto und der Audi A7, der vollkommen autonom knapp 900 Kilometer zur CES gefahren ist, zeigen, dass die Mobilität der Zukunft nicht mehr fern ist. Es dauert nicht mehr lange, bis die Technik ausgereift und das Zeitunglesen am Lenkrad auf dem Weg zur Arbeit selbstverständlich ist. Oder sein könnte, denn die Rechtsprechung hängt der Entwicklung hinterher. Und auch die Versicherungen sind sich noch uneins, was das Auto der Zukunft betrifft.

Foto: © Thorben Wengert/pixelio.de

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Autonomes Fahren wird vom Völkerrecht blockiert

Der Stand der Technik ist so weit entwickelt, dass die Automobilhersteller die Utopien und Science-Fiction-Vorstellungen des vergangenen Jahrhunderts bald in die Realität umsetzen und allein fahrende Autos herstellen können. Allerdings ist die Rechtsprechung diesbezüglich noch nicht viel weiter als im vergangenen Jahrhundert. Ausgerechnet ein Völkerrechtsvertrag, der im Jahr 1968 in Wien abgeschlossen wurde, stellt eine der größten Hürden für das autonome Fahren und das Auto der Zukunft dar. In diesem Dokument, das als „Übereinkommen über den Straßenverkehr“ bezeichnet wird, wurde festgehalten, dass ein Fahrer dauernd sein Fahrzeug beherrschen muss. Diese Regelung wird im Auto der Zukunft, das autonom fahren kann, nicht erfüllt. Der Vertrag würde demnach den Weg in die Mobilität der Zukunft behindern. Zumindest in Europa, die USA hat dieses Übereinkommen nicht unterzeichnet, dort dürfte das Google Auto auf die Straße.

Ethische Bedenken bei der Mobilität der Zukunft

Zudem stehen noch zahlreiche ethische Fragestellungen im Raum, welche gelöst werden müssten, bis das Auto der Zukunft rechtlich abgesichert auf die Straße darf. So sind sich die Autobauer zwar sicher, dass der Fahrer als größte Fehlerquelle im Verkehr gilt und die Mobilität der Zukunft sicher wird, wenn der menschliche Faktor durch präzise Computer ersetzt wird. Dennoch können auch die autonomen Fahrzeuge in schwierige Situationen kommen. So stellen sich etwa utilitaristische Überlegungen wie die Frage, wohin das Auto bei einer drohenden Kollision steuern soll und die einzigen beiden Alternativen aus einer Menschengruppe oder dem Gegenverkehr bestehen. Dem emotionslosen Computer wäre die Entscheidung egal, doch würde sich ein Programmierer finden, der den Rechner mit den für diese Entscheidung notwendigen Daten füttert?

Änderung der Haftung

Vor derartigen Überlegungen stehen auch die Versicherungen, die ihre Policen natürlich an die Mobilität der Zukunft anpassen müssen. So werden bei Schäden im Straßenverkehr derzeit vor allem die Fahrer sowie die Halter zivilrechtlich als Verantwortliche herangezogen, in wenigen Fällen die Hersteller der Fahrzeuge. Dies dürfte sich bei Google Auto und Co. deutlich verlagern, da der menschliche Faktor beim autonomen fahren weitgehend eliminiert wurde. Hinzu kommt der strafrechtliche Aspekt etwa im Bereich der gefährlichen Körperverletzung.

Allianz kündigt an, das Google Auto und Co. versichern zu wollen

Die Versicherung Allianz hat den Vorstoß gewagt und angekündigt, auch das Auto der Zukunft versichern zu wollen. Allerdings dürfte der Plan der Versicherung den Autobauern, die sich in der Vergangenheit mit allen Mitteln gegen etwaige Mithaftungsansprüche abgesichert hatten, nicht sehr gefallen. Denn die Versicherung wird bei Fahrzeugen wie dem Google Auto die Risikoeinschätzung deutlich verlagern, so dass im Schadensfalle deutlich häufiger der Fahrzeughersteller haften muss. Die Diskussion über die rechtlichen und versicherungstechnischen Bedingungen für den Betrieb des Autos der Zukunft dürfte noch einige hitzige Debatten beinhalten. Das der Vorstoß Allianz hinsichtlich dieser Frage ganz ernst gemeint war, ist zu bezweifeln. Denn so richtig will Alexander Vollert, der Vorstandsvorsitzende der Versicherung, nicht an das Auto der Zukunft glauben.

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