Carsharing wird zum Problemfaktor für den Fahrzeugmarkt

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Carsharing erfreut sich zunehmender Beliebtheit Foto: © DN/pixelio.de

Lange Zeit galt Deutschland als Nation von Autonarren, das Klischee besagte, dass den Bundesbürgern das Fahrzeug oftmals näher stand als die nahe Verwandtschaft. Dieses Klischee besteht vielerorts immer noch, doch es bröckelt zusehends.

Das Automobil als Statussymbol hat schon lange ausgedient, vor allem die jungen Erwachsenen in den Großstädten verzichten auf ein eigenes Auto. Verständlich. Das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs ist überall sehr gut ausgebaut und das Fahrrad günstiger. Außerdem verkleinert man auf diese Weise seinen ökologischen Fußabdruck. Was seit längerem bereits ein Dilemma für die Autobauer war, wird nun durch das Phänomen Carsharing noch verschärft.

Glänzende Zukunft

So gut das Netz des ÖPNV und der Radwege auch ausgebaut ist, manchmal wird das Auto trotzdem benötigt. Diesem Wunsch kommen die sogenannten Carsharing-Plattformen nach, die derzeit rasant bereitgestellt und rege genutzt werden. Über diese Plattformen können Autobesitzer ihr Fahrzeug einstellen, die bereit sind, dieses mit anderen zu teilen. Im Gegensatz zu den bereits seit langem bestehenden Autovermietungen, die ihre Fahrzeuge gewöhnlich mindestens für mehrere Stunden vermieten, können die Autos beim Carsharing auch für kurze Wege genutzt werden, die nur wenige Minuten dauern. Die Unternehmensberatung Roland Berger hat jüngst eine Untersuchung vorgestellt, die dem Konzept eine glänzende Zukunft vorhersagt.

Gesunde Skepsis ist angeraten

Vor allem bei den jüngeren Autofahrern hat demnach in allen Industrienationen ein Umdenken eingesetzt. Teilen statt besitzen, heißt die Devise. Doch auch ältere Menschen nutzen das Angebot der Dienste zunehmend. So soll in den kommenden Jahren der Carsharing-Markt jährlich um 30 Prozent wachsen. Einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro weltweit prophezeit die Unternehmensberatung in ihrer Studie. Vor allem das mobile Internet soll die Nutzung der Dienste in Zukunft enorm vereinfachen. Momentan ist bei dieser Prognose allerdings noch Skepsis angesagt. Zuletzt floppte das System in London, einer Stadt, die aufgrund ihrer urbanen Struktur doch im Grunde wie geschaffen für Carsharing ist.

Fahrzeughersteller springen auf den Zug auf

Die Autobauer sind dennoch alarmiert, da durch das Konzept die Verkaufszahlen für Fahrzeuge weiter sinken könnten. Einige Unternehmen haben jedoch bereits reagiert und versuchen, diesen Trend zu nutzen, wenn sie ihn schon nicht aufhalten können. Einige der neuen Carsharing-Plattformen wurden von den Fahrzeugherstellern selbst ins Leben gerufen. So gehört Quicar beispielsweise Volkswagen, Car2Go wurde von Daimler initiiert und DriveNow ist ein Gemeinschaftsprojekt von BMW und Sixt.

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