Daimler geht im Kältemittelstreit in die Offensive

Die Kontroverse um das umstrittene Kältemittel R1234f geht in die nächste Runde. Die Bundesregierung stellt sich in dem Streit auf die Seite Daimlers und unterstützt den Fahrzeughersteller gegen Brüssel und Frankreich. Daimler indes will sich nicht allein darauf verlassen und geht mit einer eigenen Stellungnahme in die Offensive.

 

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Daimler geht in die Offensive Foto: © Alexander Dreher/pixelio.de

In dieser Stellungnahme will der Konzern den verantwortlichen EU-Behörden seinen Standpunkt zum Zulassungsstopp in Frankreich erklären sowie seine Sicherheitsbedenken erläutern. Das Schreiben des Fahrzeugherstellers sei am Montag eingegangen, bestätigte ein Sprecher der EU-Kommission. In den kommenden zehn Wochen werde die Stellungnahme Daimlers geprüft und über das weitere Vorgehen beraten.

Lehnt die Kommission die Argumente des Fahrzeugherstellers ab, kommt auf die Bundesrepublik ein Verfahren zu. Die Nutzung des von der EU als klimaschädlich eingestuften Kältemittels R134a verstößt gegen geltendes europäisches Recht. Allerdings räumt die Richtlinie der EU den Fahrzeugherstellern zur Umstellung auf R1234f eine Frist bis 2017 ein.

Die Bundesregierung stellt sich weiterhin auf die Seite Daimlers, beschränkt sich allerdings bislang auf eine formalrechtliche Argumentation. Wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Montag in Berlin mitteilte, halte man den Antrag Daimlers für eine erweiterte Typengenehmigung für rechtmäßig. Derzeit laufen noch Forschungen zur Bewertung des Risikos.

Daimler hatte in Crashtests festgestellt, dass das Kältemittel R1234f brennbar sei und aus Sicherheitsbedenken das Kältemittel R134a verwendet. Frankreich verhängte daraufhin einen Zulassungsstopp für einige Mercedes-Modelle, da das verwendete Kältemittel gegen EU-Recht verstoße. Experten vermuten hinter der Entscheidung allerdings politstrategische Gründe. Derweil hoffen die französischen Mercedes-Autohäuser auf ein baldiges Ende des Zulassungsstopps. Sie verzeichnen einen starken Einbruch des Absatzes. Zahlreiche Händler fürchten nun um ihre Existenz.

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