DAT-Report: Freie Werkstätten legen zu

Der kürzlich durchgeführte Test des Automobilclubs ADAC offenbarte nur wenig Gutes bei den freien Werkstätten. Dennoch ziehen diese weiterhin Kunden an. Wie der neue Report der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) zeigt, konnten die freien Werkstätten im vergangenen Jahr ihr Niveau weitestgehend halten und in bestimmten Segmenten sogar zulegen.

 

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2012 konnten die freien Werkstätten gut zulegen. Doch auch Hobby-Schrauber legen häufiger selbst Hand an Foto: © Andreas Portner/pixelio.de

Der Neuwagenmarkt schrumpft seit Jahren zusehends zusammen. Immer weniger Menschen können es sich leisten, ein neues Fahrzeug zu kaufen. Was jedoch für den einen Markt ein Fluch, ist für den anderen ein Segen. Denn auf ein Fahrzeug sind immer noch viele Menschen angewiesen. Und wer sich kein neues Auto leisten kann, muss auf den Gebrauchtwagenmarkt ausweichen. Und mit zunehmendem Alter fallen mehr Reparaturen und höhere Wartungskosten an.

Somit profitieren auch die Werkstätten von der Entwicklung auf dem Fahrzeugmarkt. Insgesamt wurden im Jahr 2012 durchschnittlich 1,64 Arbeiten von den Fahrzeughaltern in Auftrag gegeben. Die Zahl setzt sich zusammen aus durchschnittlich 0,9 Wartungs- und 0,65 Verschleißarbeiten sowie 0,09 Unfallreparaturen je Fahrzeug. In der Gesamtsicht zeigt sich, dass die von den Fahrzeughaltern in Auftrag gegebenen Arbeiten um ein Prozent gefallen sind. Allerdings betrifft dieser Rückgang weitestgehend die markengebundenen Werkstätten. Sie mussten im Bereich der Wartungsarbeiten einen Umsatzrückgang verzeichnen.

Die freien Werkstätten konnten in diesem Segment ihr Niveau halten. Im Bereich der Verschleißreparaturen ist ihr Marktanteil um zwei und bei den Unfallreparaturen sogar um fünf Prozentpunkte gestiegen. Bei den Unfällen halten die freien Werkstätten damit einen gesamten Marktanteil von 42 Prozent, die Vertragswerkstätten 44 Prozent.

Die freien Werkstätten profitieren von einem altbekannten Trend. Bei diesem gilt die Faustregel: Je älter das Fahrzeug und je höher die Zahl der Besitzer, umso wahrscheinlicher wird es in eine freie Werkstatt gebracht. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge, deren Halter in eine freie Werkstatt wechseln, beträgt acht Jahre. Einzig ein weiteres Segment macht den Freien zunehmend Konkurrenz. Auch die Do-It-Yourself-Sparte und die Schwarzarbeit haben deutlich zugelegt. Denn auch hier gilt: Je älter das Fahrzeug, umso eher wird selbst Hand angelegt.

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