Elektroautos: Deutsche Autobauer verlieren Anschluss

Der Erfolg des Elektroautos Tesla S weckt Begehrlichkeiten. Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf den Straßen der Bundesrepublik unterwegs sein, so der Traum der Bundeskanzlerin. Allerdings sieht derzeit alles danach aus, dass auf die Erfüllung dieses Traumes länger gewartet werden muss. Ende des ersten Quartals 2014 waren nämlich nur 400.000 Elektroautos angemeldet – weltweit. Vor allem die deutschen Autofahrer sehen davon ab, ein Elektroauto zu kaufen und die Autobauer drohen ins Hintertreffen zu geraten.

Elektroauto Smart 

Asiatische Autobauer haben die Nase vorn

Elektroautos erfreuen sich in vielen Ländern keiner allzu großen Beliebtheit. Besonders die deutschen Autofahrer sind skeptisch, was die umweltfreundlichen Antriebe betrifft. Dies liegt nicht nur daran, dass das Netz der Ladestationen sehr große Löcher aufweist, die Reichweite der meisten Elektromotoren zu wünschen übrig lässt und die Herstellung der Technik für Elektroautos ziemlich teuer ist, was die Preise für die Stromer stark erhöht und die Leute daran hindert, ein Elektroauto zu kaufen. Auch die Autobauer müssen den Grund für die geringe Popularität bei sich suchen. Trotz Fördergelder von mehreren Millionen Euro haben sich die deutschen Fahrzeughersteller technisch abhängen lassen, so dass die asiatischen Autobauer den Kampf um den besten Akku für sich entscheiden konnten. Nun konzentrieren sich die Deutschen auf die Entwicklung einer neuen Generation von Akkus. Wann diese kommen wird, steht allerdings in den Sternen.

Überzeugende Zahlen

Dabei sind die Wagen beziehungsweise die Plug-In-Hybride aus deutscher Produktion so schlecht nicht, sieht man einmal von der vergleichsweise geringen Reichweite und den hohen Preisen für die Elektroautos ab. In einem BMW Elektroauto können die Fahrer hochwertige Ingenieurskunst genießen, man rollt nahezu geräuschlos und ohne Abgase durch die Stadt. Zudem sind Plug-In-Hybride insgesamt deutlich sparsamer im Verbrauch. Die nackten Zahlen für Elektroautos und Plug-In-Hybride zeigen, dass die Fahrer dieser Wagen mittelfristig davon profitieren. Genug Gründe, um ein Elektroauto zu kaufen. Doch vielleicht liegt genau hier das Problem der Fahrzeughersteller.

Besseres Marketing

Es genügt nicht, die neue Technik mit nackten Zahlen anzupreisen, auch wenn sie die Vorteile klar aufzeigen. Vermarktung muss die Emotionen der potentiellen Käufer ansprechen, bloße Zahlen sind alles andere als sexy und wenn sie noch so nackt sind. Die Vermarktung der E-Mobile und Plug-In-Hybride muss die verschiedenen Käuferschichten auf ihre eigene Art ansprechen, bei Hedonisten die Aspekte des Fahrspaßes und des Luxus in den Vordergrund stellen, bei Umweltschützern den Nutzen für die Natur, wenn sie ein Elektroauto kaufen. Auch hier können die deutschen Fahrzeughersteller etwas von Elon Musk lernen, dem Wunderkind der Branche. Dieser konnte sein Elektroauto Tesla S in den USA zum Erfolg verhelfen, indem er das ganze Paket der Möglichkeiten nutzte, welche das Marketing bietet. Auf diese Weise konnte die Marke auch drei spektakuläre Brände des Elektroautos Tesla S überstehen, ohne Schaden zu nehmen. Und das, obwohl der Preis der Elektroautos sehr hoch ist.

Elektro-Soli

Auf politischer Ebene wurde bereits einiges dafür getan, dass der Traum der Bundeskanzlerin rechtzeitig umgesetzt wird. Potentielle Käufer werden mit kostenlosen Parkplätzen gelockt sowie mit der Möglichkeit, die Busspur zu nutzen. Von finanziellen Anreizen wie etwa einer Förderung beim Kauf der Elektroautos wurde (leider) abgesehen, so dass die Preise der Elektroautos weiterhin sehr hoch sind. Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer hat nun einen neuen Vorschlag, um den Preis der Elektroautos zu senken. Man bezieht die Benzin- und Dieselfahrer mit ein und lässt diese an der Zapfsäule eine Art Soli entrichten. Dabei muss dieser nicht allzu hoch sein. Selbst ein Cent würde schon ausreichen, so Dudenhöffers Schätzung. Dieser Soli könnte für die Erweiterung des Netzes der Ladestationen und weitere kostenlose Parkplätze genutzt werden. Zudem könnten sich die Käufer der Stromer oder Plug-In-Hybride über eine Prämie von 4.000 Euro freuen, wenn sie ein Elektroauto kaufen, so Dudenhöffer weiter. Aber auch diese Maßnahme würde den Traum der Bundeskanzlerin bis 2020 wohl kaum Realität werden lassen. Aber die Popularität der Wagen würde ähnlich wie beim Elektroauto Tesla S deutlich steigen.

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