Elektrofahrzeuge: Schäden durch ungeeignete Steckdosen

Das Ansehen der Elektroautos hat durch die Brände des Model S von Tesla gelitten. Zudem scheuen Autofahrer den Kauf eines Elektroautos durch dessen geringe Reichweite sowie des unzureichenden Netzes an öffentlichen Zapfsäulen. Nun droht ihnen ein weiterer positiver Aspekt abgesprochen zu werden – das Aufladen des Akkus an der heimischen Steckdose. Nicht nur, dass das Laden hier sehr lang dauert, es droht auch ein Überhitzen der Leitungen, warnen Experten.

 

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Foto: © Tim Reckmann/pixelio.de

Schweizer Vorfall

Dass das Aufladen von Elektrofahrzeugen nicht ungefährlich sein kann, zeigte zuletzt ein Vorfall im schweizerischen Starrkirch-Wil. Vor einigen Wochen ging das Elektroauto der SP-Nationalrätin Bea Heim in Flammen auf. Die Politikerin hatte ihr Fahrzeug zu dem Zeitpunkt mit der Steckdose in der Garage verbunden, um es zu laden. Der Brand griff kurze Zeit später auf Heims Haus über, es entstand ein schwerer Sachschaden. Untersuchungen ergaben, dass eine Aufheizung im Bereich von Kabelverzweigungen im Fahrzeug der Politikerin zu dem Brand geführt habe.

Zu hohe Belastungen

Nun warnen auch die Experten von “Mobility House”, eines Elektromobildienstleisters, vor den Folgen des Ladens an der heimischen Steckdose. Sie sehen das Problem allerdings weniger in den Leitungen der Elektrofahrzeuge, sondern in den Schuko-Steckdosen, die für diese hohe Belastung, die meist mehrere Stunden dauert, nicht ausgelegt seien. So seien dem Unternehmen mehrere Fälle bekannt, in denen die Steckdosen geschmolzen sind. Zu einem ähnlichen Schluss kommt der TÜV. Dass diese Warnungen nicht aus der Luft gegriffen sind, ergab ein Test des Stromanbieters E.on, der ergab, dass die betroffenen Steckdosen nach nur 15 Minuten bis zu 81 Grad heiß wurden.

Vor dem ersten Laden Leitungen und Anschlüsse prüfen lassen

Darüber hinaus belegt ein Vorfall im kalifornischen Irvine die Warnungen. Hier ging eine Garage in Brand auf. Ausgerechnet ein Model S des in die Kritik geratenen Elektroautoherstellers Tesla war an dem Vorfall beteiligt. Hier ergab allerdings, dass nicht die Limousine den Brand verursacht hatte, sondern dass die Steckdose den hohen Belastungen nicht standhielt. Experten und Fahrzeughersteller raten nun, vor dem Laden des Elektroautos auch die heimischen Leitungen und Anschlüsse überprüfen zu lassen. Ist es zweifelhaft, ob diese die Belastungen unbeschadet überstehen, sollte das Fahrzeug unbedingt an einer öffentlichen Zapfsäule geladen werden.

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