Mobilität der Zukunft: Google Auto soll keine direkte Konkurrenz für Autobauer werden

Vor einigen Monaten machte der Internetgigant Google von sich reden, als er ankündigte, ein Google Auto entwickeln und die Mobilität der Zukunft voranbringen zu wollen. Die Nachricht schreckte die Automobilindustrie auf, die in weiten Teilen ebenfalls an Fahrzeugen arbeitete, die autonom fahren. Denn der Konzern kann ein ernstzunehmender Konkurrent werden. Nun können die etablierten Autobauer offenbar aufatmen, denn Google rudert zurück. Der Internetgigant will nicht zur Konkurrenz für die Fahrzeughersteller werden.

Google Auto

Auto der Zukunft wird nicht von Google gebaut

Chris Urmson, der Leiter der Abteilung Google Car bei dem Internetgiganten, fasst die derzeitige Stimmung, die bei den Autobauern und den IT-Firmen herrscht, in einem Interview mit der „Zeit“ mit wenigen Worten zusammen. Momentan gelte „Silicon Valley gegen Detroit“. Die innovativen IT-Unternehmen wollen die etablierten Autobauer angreifen und ablösen, so die Ansicht in den Vereinigten Staaten. Davon könne allerdings keine Rede sein, so Urmson weiter. Zwar heißt es, dass Google die etablierten Fahrzeughersteller in wenigen Jahren ablösen könne, doch der Internetgigant hat kein Interesse daran, ein Autobauer zu werden, beruhigt Urmson. Die Herstellung eines Autos sei viel zu komplex. Man wolle daher eher mit den Unternehmen der Automobilindustrie zusammenarbeiten.

Verkehr sicherer machen mit dem Auto der Zukunft

Der Grund, warum Google denn überhaupt am autonomen Fahren und der Mobilität der Zukunft arbeite, wenn es nicht plane, als eigenständiger Player in der Automobilindustrie einzusteigen, sei, dass dies vor allem eine Herausforderung für die Informatik darstelle. Zudem habe Google das Interesse, mit dem Auto der Zukunft Staus zu reduzieren und den Verkehr sicherer zu machen, gibt Urmson als weiteren Grund in dem Interview mit der „Zeit“ an.

Problem der Datensammlung

Ein weiterer wichtiger Grund für das Interesse am Auto der Zukunft könnte für Google allerdings der sein, dass damit auf einfache Weise Daten über die Autofahrer gesammelt werden können. Dies befürchten offenbar auch die Fahrzeughersteller, weshalb sie sich davor scheuen, eine Zusammenarbeit mit Google einzugehen. Für die Autobauer sind diese Daten ebenso wichtig. Zur Frage, wer die gesammelten Daten in der Mobilität der Zukunft speichern und verwalten darf, verwies Urmson in dem Interview mit der Zeit ausweichend auf die bereits bestehenden Kooperationen von IT-Unternehmen und Autobauern.

Auto der Zukunft wird skeptisch gesehen

Ein weiterer Grund, warum die Fahrzeughersteller beim Google Auto einer Zusammenarbeit skeptisch gegenüberstehen, ist das Alleinstellungsmerkmal des geplanten Wagens. Zwar arbeiten die Autobauer auch am autonomen Fahren, doch sie wollen in der Mobilität der Zukunft den Autofahrer nicht gänzlich wegrationalisieren. Sie belassen das Lenkrad im Wagen, damit der Fahrer bei Bedarf eingreifen kann. Google hingegen plant, das Auto der Zukunft zu bauen, welches vollkommen autonom fährt, das Lenkrad wird verbannt.

Gesetzeslage erschwert Mobilität der Zukunft

Diese Entscheidung ist allerdings aus mehreren Gründen problematisch. Einerseits würde das Google Auto bei der jetzigen Gesetzeslage in den meisten Ländern wohl kaum auf den Straßen unterwegs sein dürfen. Im Wiener Übereinkommen, einem Vertragswerk, welches internationale Gültigkeit besitzt, heißt es beispielsweise, dass der Führer eines Fahrzeuges dieses dauernd beherrschen muss. Dies wäre bei einem vollkommen autonomen Fahren nicht gegeben. Zudem stehen die meisten Autofahrer Studien zufolge dem autonomen Fahren skeptisch gegenüber. Sie fürchten einen Verlust bei der Mobilität der Zukunft der eigenen Autonomie. Bei den Autos der Zukunft, welche die etablierten Autobauer entwickeln, ist zumindest die Möglichkeit gegeben, dass der Fahrer eingreifen kann.

Mobilität der Zukunft lässt noch auf sich warten

Doch der Weg bis zum fertigen Google Auto ist noch weit. Derzeit dürfen die 150 Prototypen nur auf dem privaten Testparcours autonom fahren, auf öffentlichen Straßen sind immer zwei Personen an Bord, so Urmson. Dies wird sich auch nicht so schnell ändern. Auch im kommenden Jahr werde es noch nicht soweit sein. Derzeit ist die Technik des Google Autos noch nicht reif genug, sie zu verkaufen. Wenn sie denn überhaupt je verkauft werden, schließt Urmson in dem Interview mit der „Zeit“.

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