Grenzwerte für CO2 Emission lassen Fahrzeugpreise explodieren

Nicht nur den deutschen Autobauern machen die beschlossenen Neuregelungen zur CO2 Emission von Autos zu schaffen. Auch die anderen europäischen Fahrzeughersteller haben Schwierigkeiten, die Grenzwerte der CO2 Emission ihrer Autos zu erfüllen. Und noch wurden nicht alle Vorschläge der EU beschlossen, welche eine Absenkung des CO2 Footprints fordern. Das Unternehmen Opel hat die Probleme, die Vorgaben der Fahrzeughersteller angesprochen. Und die Bedenken der Rüsselsheimer dürften auch die Verbraucher interessieren.

CO2 Emission

130 g/km CO2 Emission bis Ende 2015

Die Ziele der EU sind mehr als nur ehrgeizig, die Autobauer bringen sie allerdings ins Schwitzen. Bis zum Ende des Jahres sollen es die Fahrzeughersteller geschafft haben, dass die CO2 Emission der Autos im Durchschnitt maximal 130 g/km beträgt. Angesichts des Hypes um durstige Dickschiffe wie die SUV, den die Marken gern nutzen, um Neuwagen zu verkaufen, ist dies keine leichte Sache. Die Autobauer stoßen langsam aber sicher an ihre Grenzen, die Verbrennungsmotoren noch sparsamer und damit umweltfreundlicher zu gestalten. Doch wer die Grenze der CO2 Emission der Autos von 130 g/km Ende 2015 nicht einhält, zahlt empfindliche Strafen. Der Rüsselsheimer Autobauer Opel stößt einem Bericht des Onlinemagazins Focus nun eine Diskussion über die strengen Vorgaben an, welche die Fahrzeughersteller dazu zwingen, in den kommenden Monaten und Jahren immer höhere Summen in die Entwicklung neuer Antriebe zu stecken, um die Grenzen der CO2 Emission der Autos immer weiter zu senken.

Preissteigerungen um 3.000

Diese Kosten wären dem Bericht des Focus zufolge wirklich extrem hoch. Wie Ulrich Schulz, der Direktor für alle Angelegenheiten, welche bei Opel die EU betreffen, vorrechnet, würde die Reduzierung des CO2 Footprints allein bis 2020 für jedes einzelne Auto einen Mehraufwand von bis zu 1.500 Euro bedeuten. Bis 2020 muss die CO2 Bilanz auf 95 g/km gesenkt werden. Bis 2025 fordert die EU eine Reduzierung auf bis zu 68 g/km. Damit würde die Reduzierung des CO2 Footprints noch einmal 1.500 Euro pro produziertes Fahrzeug kosten. Insgesamt wären dies Kosten von 3.000 Euro, die höchstwahrscheinlich auf den Verbraucher umgelegt würden. Dies bedeutet allein für die Klasse der Kleinwagen einen Anstieg der Neuwagenpreise um bis zu einem Drittel, so Schulz laut Focus weiter.

Negativer CO2 Footprint aufgrund zunehmender Gebrauchtwagennutzung

Dies würde zu einem gegenteiligen Effekt führen als von der EU geplant. Aufgrund dieser Preissteigerungen würden sich immer weniger Menschen einen Neuwagen leisten können, weshalb sie länger auf ihren Gebrauchtwagen setzen, dessen CO2 Footprint bedeutend höher ist als bei einem Neuwagen. Damit wäre der Umwelt unter dem Strich auch nicht geholfen, so Schulz weiter. Experten schlugen nun eine andere Lösung vor, um das Dilemma zu umgehen. Bei einem Kongress in Hessen schlugen sie einen reformierten Treibstoffhandel vor. Demnach sollten bei einem Preis von zehn Euro jede Tonne CO2 2,5 Cent auf den Preis für den Liter Benzin aufgeschlagen werden, um den CO2 Footprint von Neuwagen zu senken. Umweltschützer haben diesen Vorschlag allerdings bereits abgelehnt. Dieser Preis sei viel zu gering, um wirksam zu sein, so ihr Urteil. Er sollte vielmehr zehnmal so hoch ausfallen.

Downsizing für die CO2 Bilanz

Den Autobauern stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, um die CO2 Bilanz ihrer Flotten zu senken. So könnten sie vermehrt auf alternative Antriebe wie Elektromotoren setzen, um den Durchschnittswert der CO2 Bilanz der Fahrzeugflotten zu reduzieren. Allerdings müssen sie natürlich den Verbraucher in die Rechnung einkalkulieren. Und dieser hält nur wenig von den neuen Antrieben, zumal sie nur wenig alltagstauglich sind. Daher setzen die Fahrzeughersteller weiter auf die Verbrennungsmotoren, die sie etwa mittels Downsizing umweltfreundlicher machen wollen, um die CO2 Bilanz zu senken. Doch sie stoßen zunehmend an die Grenzen des Machbaren.

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