Kältemittelstreit: Feuerwehr warnt

Der Streit um die Kältemittel findet kein Ende. Nun schaltet sich auch die Feuerwehr in den Konflikt ein und warnt vor dem von der EU geforderten neuen Mittel R1234yf. Bei einem Autounfall berge dieses Mittel erhebliche Gefahren für alle Beteiligten, warnt Daniel Dahlke, der stellvertretende Bundesvorsitzende des Berufsverbandes Feuerwehr, in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau.

 

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Irreversibles Organversagen droht

Der bei Unfällen austretende Fluorwasserstoff des Kältemittels R1234yf bildet demnach in Kontakt mit Wasser eine stark ätzende Flusssäure, die Ersthelfer Polizei und Rettungskräfte stark gefährdet. Bereits bei kleinsten aufgenommenen Mengen kann die Chemikalie zu Organversagen führen. Hinzu kommen mögliche Motorbrände. Wird R1234yf in Fahrzeugen eingesetzt, müssten die Rettungskräfte ihre gesamte Strategie ändern, um sich zu schützen. Die Einsatzzeiten würden aufgrund der umfangreicheren Schutzausrüstung deutlich verlängert. Zudem müsste die Rettung an sich deutlich schneller vonstattengehen, ein schonender Umgang mit möglicherweise verletzten Unfallbeteiligten wäre kaum noch möglich, so Dahlke.

R1234yf muss verboten werden

Der Berufsverband Feuerwehr fordert nun eine sichtbare Kennzeichnung der Fahrzeuge, deren Klimaanlagen R1234yf beinhalten. Noch besser wäre ein Verbot dieses Mittels. Dass es überhaupt zu einer Zulassung kam, könne sich Dahlke nur mit einer massiven Lobbyarbeit der Chemiekonzerne erklären. Den Streit angefacht hat im vergangenen Jahr der Fahrzeughersteller Daimler. Dieser hat in Crashtests festgestellt, dass das Kältemittel leicht entflammbar ist und die Klimaanlagen seiner Fahrzeuge mit R134a befüllt, einem Kältemittel, das auf Verlangen der EU vom Markt genommen werden soll, da es zum Treibhauseffekt beitrage. Frankreich hat daraufhin die Zulassung einiger Daimler-Modelle verweigert. Experten vermuteten dahinter jedoch einen politischen Schachzug. Die Fahrzeughersteller versuchen nun weiterhin trickreich, die Nutzung von R1234yf zu umgehen, ein Vorgehen, das vom Berufsverband Feuerwehr vollkommen unterstützt wird, so Daniel Dahlke.

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