Neuer Testzyklus zum Kraftstoffverbrauch beschlossen

Traumhafte Angaben zum Kraftstoffverbrauch auf dem Papier, Spritfresser im Alltag. Viele Autokäufer haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend über die Diskrepanz zwischen den Angaben der Hersteller und dem tatsächlichen Kraftstoffverbrauch gewundert. Zuletzt sind auch die Behörden auf dieses Phänomen aufmerksam geworden. Bei Untersuchungen merkten sie, dass bei den Herstellern zwar alles mit rechten Dingen zugehe. Doch auch nur deshalb, weil das alte Testsystem für Neuwagen sich als zu mangelhaft erwies. Nun hat sich einiges geändert.

 

Freiraum für Manipulationen

Zu ungenau, zu realitätsfern und zu anfällig für Manipulationen. Die Liste der Mängel an dem bisherigen Testzyklus war lang. Dieser gab den Fahrzeugherstellern zu viel Freiraum, um ihre Modelle unter unrealistischen Bedingungen zu testen, ob es nun die Nutzung spezieller Motoröle oder Leichtlaufreifen betraf oder das Abkleben von Spalten und Öffnungen, um den Luftwiderstand so gering wie möglich zu halten. Die Diskrepanz vom angegebenen zum tatsächlichen Verbrauch war enorm. Im Durchschnitt mussten Autofahrer jährlich knapp 300 Euro mehr an der Zapfsäule einrechnen als angegeben.

Höheres Maß an Realität

Aus diesem Grund wurde von einer technischen Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen am 14. November ein neuer Messzyklus beschlossen. Die World-Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure, kurz WLTP, muss noch ein Entscheidungsgremium der UNO passieren, bevor er in den jeweiligen Ländern in nationales Recht umgewandelt wird. Experten sehen darin jedoch nicht mehr als einen formellen Akt. Der Test fasst nun die Kriterien enger, mit denen ein Fahrzeug getestet werden darf. Das Ziel ist, in diesen Testreihen ein höheres Maß an realistischen Bedingungen zu simulieren.

Skeptiker und Ablehnung

Allerdings gibt es auch derzeit Skeptiker. Experten werten den neuen Testzyklus zwar als Schritt in die richtige Richtung, erwarten jedoch, dass die Konzerne auch hier bald erste Schlupflöcher entdecken werden. Zudem akzeptieren einige Märkte wie die USA den WLTP nicht und bleiben bei dem alten Testzyklus, was ein Ungleichgewicht im Wettbewerb vorprogrammiert.

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