Neuregelungen bei Spritverbrauchtests: Autolobby will Einführung verschieben

Was viele Autofahrer bereits schon länger vermutet haben, hat kürzlich eine neue Studie bewiesen. Die Angaben der Fahrzeughersteller zum Spritverbrauch unterscheiden sich stark von der realen Verbrauchsmenge, teilweise beträgt die Diskrepanz bis zu 25 Prozent. Möglich wurde dies durch einige Schlupflöcher in den bisherigen Regelungen zum Spritverbrauchstest, die es den Autobauern ermöglichten, mit zahlreichen Tricks die Verbrauchswerte zu drücken. Nun sollen Neuregelungen auf den Weg gebracht werden.

 

Spritverbrauch Neuregelung Test EU

Die Autolobby versucht die Neuregelung der Kraftstoffverbrauchstests zu verschieben Foto: © melle-regi/pixelio.de

Einführung erst vier Jahre später

Der Plan der EU sieht vor, dass die neuen Vorgaben ab 2017 gelten sollen. Damit ist allerdings die Autoblobby nicht einverstanden. Der Verband der Autohersteller (ACEA) besteht auf eine Verschiebung der neuen Regeln auf das Jahr 2021. Der Grund für die Lobbyarbeit ist nicht nur in der Furcht vor dem Zorn der Verbraucher begründet, sondern auch darin, dass die Werte, die durch die neuen Tests höher ausfallen werden als bisher, die Autobauer in Konflikt mit weiteren Regelungen bringen werden. Die Zeitung Financial Times schreibt, dass der ACEA nicht davon ausgeht, dass bis 2020 die von der EU geforderten CO2-Grenzwerte erreicht werden können, hohe Strafzahlungen drohen. Werden die Regelungen zum Verbrauchstest verschärft, könnte das Problem noch gravierender werden.

Zehn Milliarden Euro zusätzlich

Die bisherigen Regelungen des Verbrauchstests ließen den Fahrzeugherstellern viele Freiheiten und Schlupflöcher, um den Spritverbrauch zu drücken. So wurden die Untersuchungen bislang nicht unter realen Bedingungen, sondern bei den optimalen Temperaturen durchgeführt. Zudem senkten spezielle Schmiermittel oder Reifen, die nicht im Handel verfügbar sind, den Spritverbrauch. Zudem ermöglichten die alten Testvorgaben den Autobauern das Abkleben von Ritzen und Kanten, wodurch der Luftwiderstand deutlich gesenkt wurde. Das neue Testverfahren soll nun realere Bedingungen simulieren. Auf die Autobauer kommen nun enorme Kosten zu. Der Financial Times zufolge müssten die Unternehmen knapp zehn Milliarden Euro investieren, um die CO2-Vorgaben mit dem neuen Verbrauchstest einzuhalten.

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