Neuwagen: Angaben zum Spritverbrauch zumeist geschönt

Käufer von Neuwagen merken in der Regel recht schnell, dass der reale Spritverbrauch von den Werten im Verkaufsprospekt des Händlers in der Regel abweicht. Möglich machen dies einige Schlupflöcher im Testverfahren. Eine neue Studie des ICCT, die vom Magazin Spiegel veröffentlicht wurde, offenbart nun das ganze Ausmaß der Schummeleien. Die deutschen Autobauer kommen hierbei alles andere als gut weg.

 Spritverbrauch Neuwagen

Abweichungen von bis zu 50 Prozent

Besonders die Angaben zum Spritverbrauch von Nobelmarken aus deutscher Produktion weichen stark von dem realen Verbrauch ab. Bis zu 50 Prozent betragen die Unregelmäßigkeiten der Studie zufolge. Bereits in den vergangenen Jahren wurden Abweichungen des realen Kraftstoffverbrauchs von den Herstellerangaben festgestellt, doch die derzeitigen geschönten Daten erreichen eine neue Dimension. Ein Zusammenhang mit den schärferen Grenzwerten zum CO2-Ausstoß sei unverkennbar, beurteilt ein Sprecher des Instituts.

Zahlreiche Möglichkeiten der Manipulation

Möglich macht diese Abweichungen das bislang geltende Testverfahren NEFZ. Schlupflöcher in den Vorgaben erlauben Tests unter optimalen Bedingungen, die von dem Fahrzeugbetrieb in der Realität teilweise drastisch abweichen. So können die Autobauer während der Verfahren Öffnungen und Spalten abkleben, um den Luftwiderstand zu verringern oder spezielle Reifen benutzen, welche einen geringeren Rollwiderstand aufweisen. Auch hocheffektive Schmierstoffe, die nicht im normalen Handel erhältlich sind, werden verwendet. Selbst Teile der Basisausstattung werden entfernt, um das Gewicht des Fahrzeuges zu reduzieren. Zudem erkennen Bordcomputer, wenn sich das in einem Test wie etwa auf dem Rollenprüfstand befindet und schaltet automatisch in den Sparmodus.

Auch Autobauer fordern eine Lösung

Umweltverbände fordern daher seit langem ein Testverfahren, das die Schlupflöcher schließt. Diesen Forderungen schließen sich zunehmend die Fahrzeughersteller an, die unglücklich mit NEFZ sind. Der Grund ist, dass es den Wettbewerb verzerre. Eine Lösung des Problems könnte ein Test namens WLTP bieten, der im vergangenen Jahr von den Vereinten Nationen gebilligt wurde. Doch bislang herrscht noch Unklarheit über die Einführung des Verfahrens, da jede Nation selbst darüber entscheiden kann. Bislang deutet alles darauf hin, dass die meisten Staaten den neuen Test bereits kommendes Jahr einführen. Die BRD stellt sich allerdings noch quer, der Test wird voraussichtlich erst 2016 oder 2017 verbindlich gelten.

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