Ölwechsel für unter 50 € selbst erledigen und sparen – so geht’s

oelwechsel anleitung daparto
Bordcomputer, elektronische Steuerelemente, Sensoren – die neuen Fahrzeugmodelle werden zunehmend komplexer. Ohne komplizierte Messtechnik kann kaum noch etwas in der heimischen Garage gewartet werden. Einige Arbeiten können jedoch nach wie vor selbst erledigt werden. Dazu gehört auch ganz klassisch der Ölwechsel. Wir erklären, wie der Wechsel des Motoröls kostengünstig selbst erledigt werden kann – bei einem 4-Zylinder Pkw genügen 50 Euro.

Der Ölwechsel – Schritt-für-Schritt erklärt

 

Vor dem Ölwechsel stehen Sicherheit und Umwelt im Vordergrund

Wir möchten im Vorfeld anmerken, dass Reparaturen und Wartung am eigenen Auto ein gewisses Maß an Sachkenntnis als auch das nötige handwerkliche Geschick erfordern – auch beim Wechseln des Motoröls. Dieser Vorgang berührt zwar keine sicherheitsrelevanten Bauteile, doch bei unsachgemäßer Arbeit können Mensch und Maschine Schaden nehmen. Ebenso weisen wir daraufhin, dass Öle, egal ob neu oder alt, als Sondermüll zu entsorgen sind und jegliche Tropfmengen sofort aufgenommen werden müssen, um Umweltschäden vorzubeugen. Ebenfalls wichtig: Der Ölwechsel sollte nicht am Straßenrand erfolgen. Neben der Bequemlichkeit und eigenen Sicherheit ist es in manchen Kommunen auch verboten – die Kosten des Ölwechsels können so die angestrebten 50 € weit übersteigen.

 

Warum ein regelmäßiger Wechsel des Motoröls notwendig ist

Schmierstoffe wie Motoröl sind essentiell für den Betrieb eines Fahrzeugs. Sie verringern den Verschleiß an allen beweglichen Teilen und halten Verunreinigen in der Schwebe.  Bei der Wartung eines Fahrzeugs ist also immer auf einen ausreichenden Flüssigkeitsstand der Schmierstoffe zu achten, wobei z.B. das Motoröl nach einem festen Intervall gewechselt werden muss. Das Wechselintervall kann je nach Fahrzeughersteller, Modell und der Art des Motors variieren. Die Daten dazu sind der Betriebsanleitung zu entnehmen. Die Intervalle können zwischen 10.000 und 50.000 Kilometer Laufleistung oder ein bis zwei Jahren Nutzung liegen. Moderne Fahrzeuge errechnen die Notwendigkeit eines Ölwechsels aus den Belastungen des Motos und zeigen dies dem Fahrer einfach und bequem im Bordcomputer an.

 

Die Vorbereitung zum Ölwechsel

Um beim Ölwechsel Kosten und Aufwand gering zu halten, sollten Bastler in die Vorbereitung der Arbeiten investieren.  Folgende Dinge gehören dabei in die Garage:

  • Motoröl in ausreichender Menge und Viskosität
  • passender Ölfilter
  • Dichtring für die Ölablassschraube
  • Auffangbehälter / Wanne für Altöl
  • Behälter zur sicheren Verwahrung / Transport des Altöls
  • Ratschenkasten oder Ring-/Maulschlüsselsatz zum Lösen von Verkleidungen und Ölablassschraube
  • Ölfilterschlüssel zum Entfernen des Ölfilters, alternativ großer Wasserpumpenzange oder sauberer Lappen mit Schraubenzieher
  • Wagenheber, am besten hydraulisch
  • Unterstellböcke und Keile zum Sichern des Fahrzeugs
  • Bremsenreiniger zum Reinigen von verschmutzten Motorenteilen (nicht Händen!)
  • Pappe zum Unterlegen und Auffangen von Tropfmengen
  • Arbeitshandschuhe, am besten ölfest

 

das richtige Werkzeug ist wichtig - Quelle: pixabay

das richtige Werkzeug ist wichtig – Quelle: pixabay

 

Kauf von Motoröl und Ölfilter – worauf Sie achten sollten

Diese Frage ist eigentlich sehr einfach beantwortet. Jeder Autohersteller schreibt für das Fahrzeug entsprechende Normen und Füllmenge vor. Diese können der Betriebsanleitung des Fahrzeugs entnommen werden, notfalls hilft ein Anruf beim Hersteller oder die Suche nach einer Anleitung zum Download im Internet. Das Öl muss die entsprechende Spezifikation enthalten, um Schäden am Motor zu vermeiden. Welche Viskosität und Marke verwendet werden soll, obliegt den persönlichen Neigungen eines jeden einzelnen. Teure Markenöle konnten in Vergleichstests keine Vorteile gegenüber vergleichbaren NoName-Produkten einfahren. Günstiges Motorenöl der Vikosität 5W40 (für viele Standard-Motoren gängig und freigegeben) gibt es im 5-Liter Gebinde bereits für rund 25 €. Einen Überblick über die Spezifikationen der Motorenöle liefert der ADAC  (spannend wird es ab Seite 4!).

Das Motoröl hält Schmutzpartikel in der Schwebe und schützt so den Motor. Um eine möglichst lange Schutzfunktion für den Motor zu erzielen, bindet der Ölfilter die Schmutzpartikel und reinigt das Öl. Deshalb muss dieser Filter bei jedem Wechsel mit erneuert werden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca 5 – 10 €.

Tipp: Nicht vergessen den Kupferdichtring für die Ölablassschraube zu kaufen. Hat man dies vergessen, empfiehlt es sich den Dichtring zu erhitzen, bevor man ihn erneut verwendet. Es drohen sonst unschöne Flecken unter dem Auto.

 

Die Vorbereitungen für den sicheren Ölwechsel

Beim Ölwechsel muss das Fahrzeug mittels Unterstellböcken und Keilen vor unkontrolliertem Wegrollen und Absacken gesichert werden. Beim Wechsel des Motoröls muss schließlich unter dem Wagen gearbeitet werden. Keinesfalls mit dem Wagenheber arbeiten! Der ist zu instabil, der Wagen kann leicht vom Wagenheber rutschen, wenn dieser erschüttert wird, etwa wenn die Ölablassschraube mit etwas Schwung gelöst werden muss. Eine große Pappe oder alte Decke unter dem Wagen sorgt für etwas Komfort und nimmt Tropfmengen auf – Motoröl hat auf dem Boden nichts zu suchen.

Filterkartusche - Quelle: Wikipedia

Filterkartusche – Quelle: Wikipedia

 

Erster Schritt: Ablassen des Altöls und Demontage des Ölfilters

Der Behälter zum Auffangen des Altöls muss unter der Ölwanne platziert werden. Hier ist auf ausreichende Größe und Füllmenge zu achten. Bei vier Litern Füllmenge empfiehlt sich ca. die doppelte Größe für den Behälter, da dieser ja noch unter dem Auto herausgezogen und umgefüllt werden muss. Im nächsten Schritt wird die Ölablassschraube gelöst. Hierzu muss bei einigen Fahrzeugen die Unterbodenverkleidung demontiert werden. Beim Lösen der Ablassschraube sollte vorsichtig und nicht zu hektisch gearbeitet werden, da das Öl sehr schnell austritt. Fällt die Ablassschraube in den Behälter, ist das nicht schlimm – bitte nur vor dem Umfüllen in den Entsorgungsbehälter diese entfernen und nicht mit entsorgen. Während das Öl abläuft, kann der Ölfilter entfernt werden. Dieser ist entweder von außen an den Motorblock geschraubt oder als Papierfilter in einer Filterkartusche verbaut. Am besten am neuen Filter prüfen, nach was gesucht werden muss. Den Filter in der Kartusche kann man einfach austauschen. Der an den Motorblock geschraubte Filter muss mittels Ölfilterschlüssel demontiert werden. Achtung – Öl kann am Filter herunterlaufen.

Tipp: Vor dem Lösen der Ölablassschraube den Verschluss auf dem Motor öffnen. Auf diese Weise wird beim Ablassen des Öls ein Druckausgleich erzeugt, das Öl fließt schneller und effektiver ab.

Tipp 2: Den Motor vor dem Ölwechsel ein wenig abkühlen lassen, um Verbrennungen und Schweißausbrüche zu vermeiden.

Tipp 3: Wenn man keinen Ölfilterschlüssel zur Hand hat, einfach ein Küchentuch um den Filter legen und am offenen Ende einen langen Schraubendreher einspannen. Durch Verdrehen des Tuches die Spannung auf das Tuch erhöhen – wenn ausreichend Druck vorhanden ist, kann man den Filter so abschrauben.

Ölfilter - Quelle:Wikipedia

Ölfilter – Quelle:Wikipedia

 

Zweiter Schritt: Montage des Ölfilters und der Ölablass-Schraube, Einfüllen des Motoröls

Nach der Entfernung des alten Filters wird der neue Filter an der mit Bremsenreiniger und Lappen gereinigten Fläche montiert. Die Dichtungen müssen mit etwas (Alt-) Öl behandelt werden. Trockene Dichtungen saugen sich schnell am blanken Metall des Motors fest, wodurch der nächste Wechsel des Ölfilters erheblich erschwert werden kann. Dies kann besonders bei schwer zugänglichen Filtern unangenehm werden. Papierfilter müssen nicht mit Öl getränkt werden, auf einen sicheren Verschluss der Filterkartusche ist zu achten.

Tipp: Den neuen Ölfilter vor der Montage schon mit frischem Öl befüllen. Das verkürzt die Zeit, die der Motor ohne Öldruck arbeitet (siehe unten).

Bei der Montage der Ölablassschraube ist darauf zu achten, dass der (hoffentlich neue) Dichtring nicht vergessen wird. Vorsicht beim Anziehen! Nicht zu fest anziehen, gerade Ölwannen aus Aluminium sind empfindlich. 50 – 60 Newtonmeter reichen hier locker aus. Vor dem Montieren von Motorraumverkleidungen bitte nochmals kontrollieren, ob nichts vergessen wurde, besonders filigranes Werkzeug, dass z.B. zum Greifen von Schrauben verwendet wurde, verbleibt gerne im Motorraum – Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer.

Nun kann das neue Motoröl eingefüllt werden, dazu die Angaben in der Betriebsanleitung “Wechsel des Motoröls mit Filter” beachten und auf keinen Fall mehr Öl einfüllen. Starten Sie den Motor kurz, bis die Öldruckleuchte erlischt (max. 10 Sekunden), damit sich der neue Filter vollständig mit Öl füllt. Nun kann der Füllstand des Motoröls am Ölmessstab abgelesen werden. Sollte zu wenig Öl eingefüllt worden sein, nochmals korrigieren, kurz warten und erneut prüfen.

 

Letzter Schritt: Endkontrolle und Entsorgung des Motoröls

Bevor zur Probefahrt aufgebrochen werden kann gilt es zu prüfen, ob die Ölablassschraube und Ölfilter kontinent sind. Sollte hier Ölverlust festgestellt werden, muss die Ursache ermittelt werden. Ist hier alles okay und das Werkzeug aufgeräumt, muss das Öl aus der Schale in ein verschließbares Gefäß (z.B. alter Ölkanister) gefüllt werden und inklusive Ölfilter der Entsorgung zugeführt werden. Entsprechende Orte teilt jede Gemeinde mit. Ansprechpartner sind Gewerbehöfe, Schrottplätze oder auch Kfz-Werkstätten.

Nun viel Spaß beim Schrauben und Sparen.

 

Video – Ölwechsel an einem Audi A4

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