Prognose: Neuer Rückrufrekord

In den vergangenen Jahren machten die Fahrzeughersteller durch die zunehmende Anzahl an Rückrufen von sich reden, bei denen die zurückgerufenen Fahrzeuge die Millionen grenze überschritten. Experten der Branche dürfte das Jahr 2014 einen vorläufigen Höhepunkt bilden. Sie rechnen mit einem neuen Rekord bei den Rückrufaktionen.

Rückrufe Toyota

Foto: © Rolf Krekeler/pixelio.de

Allein knapp elf Millionen bei Toyota und General Motors

Die Zahlen sind erschreckend. Allein in den vergangenen vier Monaten wurden weltweit mehr als 17 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen. Den Beginn der Saison bildeten die Marken, Aston Martin, Land Rover und Volvo. Spitzenreiter bei den Rückrufen waren Toyota und General Motors, die zusammen fast elf Millionen Autos zurückbeordern mussten. Rückrufland Nummer eins war die USA. Hier wurden 31 Prozent mehr Neuwagen wegen Defekten in die Werkstätten gerufen als ausgeliefert werden konnten, teilt Stefan Bratzel, der Direktor des Center of Automotive Management gegenüber der Onlineausgabe des Magazins Spiegel mit. Waren General Motors und Toyota bei den absoluten Rückrufzahlen die Spitzenreiter, führen Hyundai-Kia und Fiat-Chrysler bei den Verhältnissen die Liste an. Hyundai-Kia musste 162 Prozent mehr Fahrzeuge zurückrufen als Neuwagen verkauft wurden, Fiat-Chrysler 158 Prozent.

Ursache: Modulsystem

Die hohe Anzahl der bei einem Rückruf betroffenen Fahrzeuge kann leicht begründet werden. Um die Herstellung zu vereinfachen und Kosten bei der Produktion ihrer Fahrzeuge zu sparen, setzen die Automobile auf das sogenannte Modulsystem, bei dem die gleichen Teile in möglichst vielen Modellen verbaut werden. Die Hoffnung der Autobauer war, mit der Reduzierung der Teilevielfalt das Rückrufproblem in den Griff zu bekommen. Das Gegenteil war der Fall. Das System führt nicht nur dazu, dass die optische Individualität der verschiedenen Modelle zunehmend zunichte gemacht wird, wie viele bemängeln, sondern auch dazu, dass bei einem mangelhaften Bauteil Millionen betroffene Fahrzeuge unterschiedlicher Modelle zurück in die Werkstätten müssen. Qualitätsmängel durch weitere Einsparungen sowie die steigende Komplexität der Fahrzeuge tun ihr übriges. Experten rechnen nicht damit, dass die Anzahl der bei einem Rückruf betroffenen Fahrzeuge sinken wird. Im Gegenteil. Die Wachstumspolitik der Autobauer sowie die Jagd nach Absatzerfolgen wird das Problem voraussichtlich weiter verschärfen.

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