Rückrufe: General Motors wird zum Problemfall

Mary Barra, die neue Chefin bei General Motors, hat sich ihren neuen Job sicher anders vorgestellt. Kaum auf dem Chefsessel Platz genommen, muss sie ihr Talent als Krisenmanagerin unter Beweis stellen. Der Grund ist, dass General Motors bei den Rückrufen negative Spitzenwerte erreicht. Das Jahr 204 ist erst fünf Monate alt, doch der Konzern musste in insgesamt 29 Rückrufen bereits knapp 14 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordern. Teils mit schwerwiegenden Fehlern.

 

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Die massive Rückrufserie wird für General Motors zunehmend zum Imageproblem. Die europäischen Töchter sind allerdings kaum betroffen Foto: © GM Company

Unfälle mit Todesfolgen

Die Rückrufe um General Motors weiten sich zunehmend zu einem Skandal aus. Dieser begann Anfang des Jahres, als der Konzern mehrere Millionen Fahrzeuge in den USA und Europa zurückrufen musste. Der Grund war ein Defekt am Zündschloss, durch den die Position des Schlüssels während der Fahrt auf „Aus“ springen konnte. Dadurch wurden bei voller Fahrt die Sicherheitssysteme der Fahrzeuge abgestellt. Der Defekt führte in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Unfällen mit Todesfolge, vermutet die NHTSA, die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde. Besonders brisant ist dabei, dass General Motors seit mehreren Jahren von dem Defekt wusste, aber nichts dagegen unternahm.

Kein Branchenproblem

Derzeit laufen bereits einige Sammelklagen gegen den Fahrzeughersteller, der alle Hände voll zu tun hat, den drohenden Imageschaden zu begrenzen. Branchenexperten stellen sich nun die Frage, ob sich das Problem weiter ausweitet, Rückrufe in Millionenhöhe sind ja bereits seit Längerem bekannt. Ferdinand Dudenhöffer ist sich jedoch sicher, dass das Problem ein General-Motor-spezifisches ist. Darauf deutet allein die Anzahl der Rückrufe in den vergangenen vier Monaten hin, urteilt der Branchenexperte gegenüber der Frankfurter Rundschau. Zudem wirft er General Motors vor, dass der Konzern fahrlässig gehandelt habe und die Probleme über die Jahre aussitzen wollte.

Keine Gefahr von GM-Töchtern in Deutschland

In den kommenden Monaten werden weitere Verfehlungen ans Licht kommen, ist sich Dudenhöffer sicher. Deutsche Autofahrer, die Fahrzeuge von GM-Töchtern wie Opel oder Chevrolet besitzen, können allerdings beruhigt sein. Ihre Autos sind sicher, da ganz andere Bauteile von ganz anderen Zulieferern verbaut wurden. Dieses Urteil ist besonders für Opel wichtig. Der Autobauer hat sich eben aus einer schweren Krise herausgekämpft. Ein Imageschaden durch die GM-Affäre wäre fatal.

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