Schwächelnder Absatz bei Elektroautos – Fraunhofer-Institut dennoch optimistisch

Auf der IAA in Frankfurt ist es derzeit deutlich zu sehen. Zwar präsentieren einige Fahrzeughersteller wie Audi und VW ihre neuen Elektroautos mit viel Inbrunst. Doch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auf dem Markt der Elektroautos momentan eine schwere Krise gibt. Von einem Einbruch der Absatzzahlen kann kaum gesprochen werden, da es bislang kaum nennenswerte Verkäufe gab, die einbrechen konnten.

 

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Die Autofahrer lassen sich bislang kaum von E-Fahrzeugen elektrisieren. Die Experten des Fraunhofer-Institus sind allerdings zuversichtlich Foto: © GM Company

Die Gründe sind vielfältig. Zum einen sind die Fahrzeuge durch die aufwendige Technik und Herstellung viel zu teuer. Darüber hinaus haben die Elektroautos nach wie vor Probleme mit der Reichweite. Nach ein paar Dutzend Kilometern ist Schluss. Und wenn dann aufgetankt werden muss, ist guter Rat teuer. Das kaum existente Tankstellennetz für Elektroautos in Europa lässt einen bequemen Betrieb der Fahrzeuge einfach nicht zu.

Angesichts dieser Punkte klingt die Aussage der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen, wie ein schlechter Witz. Das sehen einige Experten allerdings anders. Das Fraunhofer-Institut äußerte sich optimistisch, dass die Bundesregierung ihr Vorhaben noch lange nicht abschreiben müsse. Auch ohne milliardenschwere Subventionen, die den Kunden den Kauf eines Elektrofahrzeugs schmackhaft machen sollen.

Allerdings müssten einige Parameter gegeben sein, damit sich der Kauf eines E-Fahrzeugs amortisiere. Martin Wietschel vom Fraunhofer-Institut erklärte, dass Elektroautos viel gefahren werden müssten, damit die hohen Anschaffungskosten durch die günstigeren Wartungs- und Verbrauchskosten ausgeglichen werden. Dies sei erst ab einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern gegeben. Unter dieser Marke arbeiten weiterhin Benziner wirtschaftlicher.

Zum Schluss warten die Experten noch mit einer Erkenntnis auf, die der gängigen Meinung ein wenig zuwiderläuft. Bislang richtet sich das Hauptaugenmerk der Fahrzeughersteller und der Politik auf den Absatz in den Großstädten. Der Studie des Fraunhofer-Instituts zufolge sehen die Experten hier allerdings kaum Möglichkeiten, die Menschen zum Kauf zu bewegen. Zu umständlich sei die Betankung der E-Fahrzeuge, wenn man auf die öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen sei. Anders sei dies in Gegenden, in denen eine höhere Anzahl von Autofahrern über eine Garage oder einen Stellplatz verfügten. In diesem Falle sei die Betankung über Nacht an einem Hausanschluss nicht nur bequemer, sondern auch günstiger, wodurch ein höherer Kaufanreiz gegeben sei.

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