Skandal um ADAC zieht weitere Kreise

Der Skandal um gefälschte Daten im vergangenen Jahr war ein echtes Debakel für den ADAC. Doch in den vergangenen Monaten ist es still geworden um den größten Automobilclub Europas. Nun erhält der Skandal neue Aufmerksamkeit und könnte weitreichende Konsequenzen für das gesamte Vereinsleben in Deutschland haben.

 ADAC

Die ADAC Mitgliedschaft oder ADAC Plus war lange Zeit Usus

Ob ADAC Pannenhilfe oder Mietwagen – die Karte zur ADAC Mitgliedschaft oder gar ADAC Plus gehörte zur Standardausstattung der deutschen Autofahrer. Die Gelben Engel der ADAC Pannenhilfe waren überall gern gesehen, wo Autofahrer liegen geblieben sind. Auch das ADAC Fahrsicherheitstraining wurde gern in Anspruch genommen, um die eigenen Fähigkeiten im Straßenverkehr zu erhöhen. Doch seit vergangenem Jahr, als viele enttäuschte Autofahrer die Mitgliedschaft kündigten, werden selbst die gern gesehenen Helfer von der ADAC Pannenhilfe schief angesehen. Damals kam heraus, dass der Automobilclub in gewissen Bereichen Daten fälschte. Im Zuge der folgenden Ermittlungen wurde zudem festgestellt, dass das finanzielle Geschäft zu sehr mit dem Verein verquickt war. Das Image des Automobilclubs nahm schweren Schaden, welcher auch das Ansehen der ADAC Pannenhilfe und des ADAC Fahrsicherheitstrainings in den Abgrund riss. Zahlreiche Autofahrer begannen, ihre Mitgliedschaft zu kündigen oder die ADAC Plus Karten zurückzugeben.

Zahlreiche Bürger begannen Ihre Mitgliedschaft zu kündigen und ADAC Plus zurückzugeben

Es wurde viel von der Führungsriege des Automobilclubs versprochen, um Schadensbegrenzung zu betreiben doch es half alles nichts. Im Zuge des Skandals durchleuchteten die Fahnder den Club bis ins kleinste Detail und drohten, den Vereinsstatus abzuerkennen. Der Automobliclub sicherte zu, die Struktur des Unternehmens komplett umzustrukturieren und den Geschäftsteil, der finanziellen Gewinn abwarf, von dem Vereinsteil zu trennen. Doch schlussendlich liegt alles beim Amtsgericht München, das seit mittlerweile einem Jahr den Vereinsstatus prüft. Nicht nur der Automobilclub erwartet mit Spannung das Urteil des Gerichts. Auch zahlreiche andere Vereine egal welcher Ausrichtung sowie Prüforganisationen wie Dekra und TÜV erwarten die Entscheidung des Landgerichtes München mit Sorge. Denn hier geht es schon lange nicht mehr um den Club, sondern um die gesamte Vereinsstruktur in Deutschland, welche von dem Gericht grundlegend verändert werden kann.

Mitgliedsbeiträge im Grunde Versicherungsbeiträge

Und derzeit vermuten viele, dass die Umstrukturierung des Automobilclubs nur der Ablenkung dient. Der Club deklarierte die Pannenhilfe kurzerhand als seine „Kernaktivität“, wie die Online-Ausgabe der Süddeutschen berichtet. Experten vermuten, dass es sich jedoch hierbei um eine wirtschaftliche Betätigung handelt und nicht um eine Vereinsleistung, da die ADAC Mitgliedschaft daran gekoppelt ist, nur gegen Zahlung des Mitgliedsbeitrages Hilfe der Gelben Engel zu erhalten. Damit sei die ADAC Mitgliedschaft eine Art Versicherungsleistung, so die Süddeutsche weiter. Auch bei der ADAC Plus kann davon ausgegangen werden. Dass bei der ADAC Mitgliedschaft oder ADAC Plus die Beiträge unter dem Begriff „Mitgliedsbeiträge“ laufen und nicht unter dem Begriff „Versicherungsbeiträge“, sei hierbei vollkommen unerheblich.

Derzeit noch 19 Mio. Mitglieder

Der Automobilclub hat also weiterhin mit dem Skandal zu kämpfen und alle Hände voll zu tun, dass nicht noch mehr Mitglieder beim ADAC kündigen. Das Vertrauen der deutschen Autofahrer ist erschüttert, doch derzeit repräsentiert der Automobilclub immer noch knapp 19 Mio. Mitglieder.

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2 Comments

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  1. Hallo ,
    mit großem interesse habe ich den Artikel vom ADAC gelesen. Leider hat der ADAC nicht 19.000 Mitglieder sondern knapp 19Mio. Das wird sich hoffentlich ändern, sollte er den Vereinsstatus verlieren. Ich hoffe doch sehr, dass die Leute aufwachen und eines ist doch klar. Ein Verein der soviel Geld geschaffelt hat und nur auf Provit aus ist kann kein Verein sein und ist schon längst ein Konzern.
    Ich hoffe das Gericht sieht das ebenso.

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