Studie: Autonomes Fahren reduziert Anzahl der Privatwagen

Autonomes Fahren revolutioniert nicht nur die Automobilindustrie und das Autofahren an sich, das autonome Auto wird zudem die Straßen leeren. Einer US-amerikanischen Studie zufolge wird das autonome Auto die Anzahl der privaten Fahrzeuge drastisch reduzieren. Andererseits würden die Fahrzeuge häufiger unterwegs sein. Auch ganz ohne Insassen.

Autonomes Fahren

Foto: © Ludwig Alberter/pixelio.de

Freude bei den Umweltschützern, schlechte Aussichten für Autobauer

Die Studie beschäftigt sich zwar mit der voraussichtlichen Entwicklung in den USA, wenn das Auto der Zukunft auf den Markt kommt. Doch in Europa könnte die Mobilität der Zukunft ähnlich aussehen, wenn das autonome Fahren sich durchsetzt. Die Studie, die an der Universität Michigan durchgeführt wurde, dürfte zahlreiche Menschen freuen, allen voran Umweltschützer und –lobbies. Allerdings wird die Studie nicht alle Beteiligten dazu verführen, Luftsprünge zu machen. Hier seien vor allem alle Bereiche der Automobilindustrie genannt. Denn voraussichtlich wird das Auto der Zukunft die Anzahl der Fahrzeuge, welche im privaten Bereich genutzt werden, deutlich reduzieren.

Fahrzeugbestand sinkt dank Auto der Zukunft um 43 Prozent

Michael Sivak und Brandon Schoettle, die beiden Forscher, welche die Studie zur Mobilität der Zukunft erstellt haben, sind der Überzeugung, dass der Bestand der privat genutzten Fahrzeuge um bis zu 43 Prozent schrumpft. Jeder Haushalt würde im Durchschnitt nur noch 1,2 Fahrzeuge besitzen, wenn sich das Auto der Zukunft durchsetzt. Heute kommen auf jeden Haushalt in den USA noch durchschnittlich 2,1 Autos. Künftig würden nur noch 15 Prozent der Familien einen Zweitwagen nutzen statt der heute 42 Prozent. Drei oder mehr Autos benötigten nur noch zwei statt 26,5 Prozent der Haushalte.

Deutlicher Anstieg der gefahrenen Kilometer beim Auto der Zukunft

Auf der anderen Seite soll die Mobilität der Zukunft deutlich mehr gefahrene Kilometer für die Fahrzeuge bereithalten. Während ein Auto in den USA heute durchschnittlich knapp 19.000 Kilometer pro Jahr zurücklegt, wird das Auto der Zukunft nach 12 Monaten durchschnittlich 33.000 Kilometer auf dem Zähler haben. Und ein guter Teil dieser Kilometer wird das Fahrzeug vollkommen allein, ohne einen einzigen Insassen zurücklegen.

Umfragen der Verkehrsbehörde NHTS

Für die Studie zur Mobilität der Zukunft haben die Forscher einem Bericht des Manager Magazins zufolge Umfragen der US-amerikanischen Verkehrsbehörde NHTS ausgewertet, welche die tägliche praktische Nutzung von Automobilen in US-Haushalten dokumentieren. Diese Umfragen zeigen, dass die Fahrzeuge in der meisten Zeit gar nicht genutzt werden und nur herumstehen. Zudem würden die Autos versetzt genutzt. Autonomes Fahren könnte diesem Umstand ein Ende bereiten.

Keine versetzte Nutzung mehr

Ein typisches Beispielszenario nicht nur einer amerikanischen Familie ist, dass ein Familienmitglied morgens zur Arbeit fährt und den Wagen abstellt. Das zweite Familienmitglied macht sich einige Zeit später mit dem Zweitwagen auf den Weg, um ebenfalls zur Arbeit zu fahren, wo auch der Zweitwagen über Stunden ungenutzt einen Parkplatz belegt, oder um Besorgungen zu machen. Das Auto der Zukunft würde viel ökonomischer genutzt werden und die Zeiten des Stillstands reduzieren, etwa indem es das erste Familienmitglied zur Arbeit fährt und sich dann allein auf den Weg zurück nach Haus macht, wo es den weiteren Mitgliedern zur Verfügung steht. Am Nachmittag holt das Auto der Zukunft die Familienmitglieder selbstständig wieder ab.

Studie zur Mobilität der Zukunft nur eine erste Einschätzung

Die Forscher betonen allerdings, dass ihre Studie zur Mobilität der Zukunft nur eine erste Einschätzung sei. Noch existieren zu viele Unsicherheiten. Es ist keinesfalls sicher, ob sich das autonome Fahren durchsetzt. Und das hängt nicht nur vom Gesetzgeber ab vom Gesetzgeber ab. Sondern auch von der Akzeptanz der Autofahrer der neuen Technologie gegenüber. Und ein Großteil der Fahrer ist skeptisch. Ebenso die Datenschützer, die vor Sicherheitslücken bei der Mobilität der Zukunft warnen.

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