Tachobetrug leichtgemacht

Für die schwarzen Schafe auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist das Drehen am Tacho ein einträgliches Geschäft. Experten zufolge entsteht in Deutschland dadurch jährlich ein Schaden von sechs Milliarden Euro. Allerdings gilt auch hier die alte Regel: “Gelegenheit macht Diebe”. Indirekt sind auch die Fahrzeughersteller schuld an der Misere. Diese unternehmen kaum etwas, um den Betrug zu erschweren. Nun warnt der ADAC vor einem Anstieg der Betrügereien.

 

41108

Der ADAC wirft den Fahrzeugherstellern vor, zu wenig gegen Tachotricksereien zu unternehmen

Der Automobilclub ADAC und die Universität Magdeburg werfen in einer gemeinsam durchgeführten Studie den Fahrzeugherstellern vor, ihre Autos unzureichend vor Tachotricksereien zu schützen. Im Gegenteil. Die Experten kritisieren, dass die Fahrzeuge bereits ab Werk für die Manipulationen vorbereitet sind. Ein Grund ist, dass die zuständige Software kaum wirksamen Schutz vor Betrügereien bietet.

Dabei wäre dies weder ein Problem noch teuer. Die Schutzsoftware existiert schon und ist auch in vielen Steuergeräten installiert. Leider verzichten die Fahrzeughersteller bislang darauf, diese auch zu aktivieren. Der ADAC vermutet, dass dies unterlassen wird, weil die Händler die Möglichkeit nutzen wollen, nach einer Probefahrt die verfahrenen wieder zu löschen. Und dies geht ganz einfach und in wenigen Sekunden. Ein Manipulationsgerät muss lediglich mit dem Diagnosestecker verbunden werden. Anschließend wird der Kilometerstand aus dem Steuergerät gelöscht und der gewünschte Stand eingegeben. Natürlich geraten diese Geräte auch in die falschen Hände.

Und die Gauner nutzen diese Möglichkeit weidlich. Der Polizei zufolge ist jeder dritte Gebrauchtwagen manipuliert worden. Und dabei gibt es äußerst spektakuläre Fälle. Wie die Beamten mitteilten, haben sie bei einer Razzia im Jahr 2011 in München einen BMW entdeckt, der einen Tachostand von knapp 150.000 Kilometern aufwies. Soweit nichts Besonderes. Die Beamten wurden allerdings misstrauisch. Nachforschungen ergaben, dass der Vorbesitzer ihn verkauft hatte, als der Tacho knapp 700.000 Kilometer anzeigte. Der ADAC fordert nun, den Tacho in die EU-Typgenehmigung aufzunehmen. Bislang gebe es nämlich keine Vorschriften, wie ein Tacho auszusehen oder ob überhaupt einer im Auto eingebaut sein müsse.

Schenke Sterne

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


− fünf = 2

DAPARTO Blog © 2015 Impressum Frontier Theme