Tödliche Unfälle: Skandal um GM weitet sich aus

Die Rückrufaktionen der Fahrzeughersteller werden immer spektakulärer und für einzelne Marken zu einem großen Problem. Besonders General Motors hat derzeit mit einem handfesten Skandal zu kämpfen, welcher der Marke nachhaltigen Schaden zufügen könnte, da ein defektes Bauteil in den vergangenen Jahren zu tödlichen Unfällen geführt hat. Nun muss der Autobauer zugeben, dass das Bauteil mehr Todesopfer gefordert hat als bislang angenommen.

General Motors GM Zündschloss

Foto: © Bastian Scheefe/pixelio.de

Defekte Zündschlösser

Anfang 2014 wurde bekannt, dass General Motors in einigen Modellen fehlerhafte Zündschlösser verbaut hat. Der Defekt führte dazu, dass die Schlösser während der Fahrt auf die Aus-Position springen konnten, wodurch nicht nur der Motor abgestellt wurde, sondern auch Sicherheitselemente wie die Servolenkung, der Airbag und die Bremskraftverstärkung. Die Folge waren Unfälle, die auch Todesopfer forderten. Besonders pikant ist, dass General Motor der Defekt der Zündschlösser offenbar schon seit knapp zehn Jahren bekannt war.

GM korrigiert Zahl der Todesopfer nach oben

Die Anzahl der tödlichen Unfälle ist bislang noch ungeklärt. Beim Fonds, den General Motors für die Hinterbliebenen eingerichtet hat, gingen bislang Forderungen ein, die Schadenersatz für 125 Tote und 320 Verletzte fordern. Verbraucherschützer gehen jedoch von einer viel höheren Zahl aus. Ihrer Ansicht nach wurden mindestens 300 Menschen bei Unfällen getötet, die von dem defekten Bauteil verursacht wurden. Der Autobauer versucht abzuwiegeln und ging bislang von 13 Toten aus. Nun musste General Motors die Zahl allerdings auf 19 korrigieren.

Anwalt geht von weiteren tödlichen Unfällen aus

Der Konzern versucht nun alles, die Marke vor Schaden zu bewahren. So sollen die Familien der Todesopfer eine Million Dollar Schadenersatz erhalten sowie eine Pauschale von 300.000 Dollar für Ehepartner und Hinterbliebene. Zudem hat die neue GM-Chefin Mary Barra eine systematische Untersuchung aller Fahrzeuge angeordnet, was zu einer spektakulären Rückrufserie geführt hat. Seit Anfang 2014 mussten 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurück in die Werkstätten. Ob diese Aktionen das Ansehen der Marke retten können, ist fraglich. Zumal der zuständige Anwalt von GM bereits angekündigt hat, dass von weiteren Todesopfern auszugehen ist.

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