Überraschung in Genf: Borgward meldet sich zurück

Totgeglaubte leben länger? Das gilt in der Regel nicht für die Automobilindustrie. Doch die Marke Borgward belehrt uns eines Besseren. Auf dem Auto Salon in Genf überrascht der in den 1960er Jahren in Konkurs gegangene Fahrzeughersteller mit neuen Plänen. Möglich macht dies eine massive Geldspritze aus dem Land der Mitte. Borgward Lkw oder eine neue Borgward Isabella? Cabrio? Was erwartet uns?

Foto: © Th. Blenkers/pixelio.de

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Ideen und ehrgeizige Pläne

Der Stand, auf dem Borgward beim Auto Salon in Genf residiert, ist bemerkenswert – bemerkenswert leer. Die Marke, die vollmundig ihre Rückkehr auf den Automobilmarkt angekündigt hat, kam zu der Automobilmesse ohne neue Modelle. Einzig ein Oldtimer hat Christian Borgward, der Enkel des Unternehmensgründers, mitgebracht – den Kultoldtimer Borgward Isabella. Und viele Ideen und ehrgeizige Pläne. Für die Umsetzung dieser Ideen haben das Duo Christian Borgward und Karl-Heinz Knöss, der in den vergangenen Jahren als Experte für Kommunikation und Strategie in der Automobilindustrie Erfahrung gesammelt hat, schon einiges getan. Das Geld für die Unternehmung soll Fonton zuschießen, der größte Hersteller von Nutzfahrzeugen in China.

Wohl kein Borgward Lkw

Rollen also bald wieder Borgward Lkw vom Band? Wohl kaum. Knöss hat bereits klargestellt, dass Foton kein reiner Geldgeber oder Investor ist, sondern ein gleichberechtigter Partner. Borgward Lkw werden also nicht produziert. Es gebe zudem noch weitere Partner für den künftigen Autobauer. Die Pläne, die Knöss offenbart, klingen mehr als nur ehrgeizig. Zunächst wolle man 50.000 Autos pro Jahr herstellen und die Zahl stetig steigern. Bis 2020 sollen jährlich 800.000 Fahrzeuge vom Band rollen, so der „Vice Präsident“ des Unternehmens in Genf. Damit nicht genug, bis 2025 sollen es sogar 1,6 Millionen Autos sein. Eine Zahl, die zweifeln lässt. Haben doch auch einige etablierte Autobauer Probleme, derartige Zahlen zu erreichen. Vielleicht wird ja ein ähnlich schönes Modell darunter sein wie die Borgward Isabella. Oder gar ein neues Borgward Isabella Cabrio?

SUV statt Borgward Lkw

Wie bereits erwähnt, hat Borgward derzeit außer den ehrgeizigen Plänen nicht viel vorzuweisen. Ein neues Modell soll jedoch bereits in Arbeit sein. Auf der IAA, die im Herbst in Frankfurt stattfindet, soll das neue Modell vorgestellt werden. Ein SUV soll es Knöss zufolge sein. Die Arbeiten daran laufen bereits seit zehn Jahren. Borgward werde sich zudem nicht den Bereichen verschließen, die der Branche auf den Nägeln brennen. Hybride und Elektroantriebe sollen ebenfalls hergestellt werden, auch das vernetzte Fahren ist ein Thema. Dies alles klingt nach viel Arbeit und Geld. Doch darüber macht man sich bei dem künftigen Autobauer keine Sorgen. Man sei für Jahrzehnte komplett durchfinanziert, so Knöss weiter.

Stammsitz in Stuttgart

Anders als in der Vergangenheit wird der künftige Stammsitz von Borgward nicht in Bremen, sondern in Stuttgart liegen, nahe bei Porsche und Daimler, der angestrebten Konkurrenz. Schade für Bremen, denn Borgward war einer der wichtigsten Arbeitgeber in Norddeutschland. Besonders als es ab 1954 zum Aufschwung kam. Der Grund dafür hieß Borgward Isabella, das erst als zweitürige Limousine und in der folgenden Zeit als Coupé und als und als Borgward Isabella Cabrio angeboten wurde. Der moderne Wagen mit den faszinierenden Rundungen kam bei den Autofahrern und der Fachpresse gut an. Auch zahlreiche Prominente fuhren das Borgward Isabella Cabrio und das Coupé. Die breite Masse konnte sich den Wagen, der für damalige Verhältnisse auch recht flott über die Straßen rollte, nicht leisten. Den die Isabella, vor allem das Borgward Isabella Cabrio, machte Mercedes nicht nur bei der Technik Konkurrenz.

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