Unsichere Autos der Zukunft

Die Automobilbranche unterlag wie alle Industrien schon immer Veränderungen. Heutige Fahrzeuge sind kaum noch mit den ersten Wagen zu vergleichen, welche damals übel riechend durch die Straßen holperten. Doch die Entwicklungen, vor denen das Auto steht, lassen die Geschichte des Automobils wie einen ruhigen Sonntagsspaziergang wirken. Dies stellt die Autobauer natürlich vor einige Herausforderungen. Die Autos der Zukunft sind derzeit alles andere als sicher, wie das jüngste Beispiel von BMW zeigt.

BMW Hacker Sicherheitsproblem

Die Mobilität der Zukunft wird interdisziplinär

Die digitale Revolution hat nahezu alle Lebensbereiche der Menschen von Grund auf verändert. Auch vor den Automobilen macht die Entwicklung nicht halt, so dass die Mobilität der Zukunft, wie sie in der Geschichte des Automobils seit Jahrzehnten als Utopie dargestellt wird, uns bald in der Gegenwart einholen wird. So ist autonomes Fahren bereits jetzt keine reine Zukunftsmusik mehr, die Autos der Zukunft rollen bereits ohne Fahrer auf den Straßen. Wenn auch noch als Testobjekte. Denn die Mobilität der Zukunft stellt die Autobauer vor ungeahnte Herausforderungen, auf die sie nur mit Mühe reagieren können, denn die neuen Autos werden zunehmend zu Vehikeln, die branchenübergreifend gefertigt werden. Die Geschichte des Automobils wird interdisziplinär.

Nach anderen Maßstäben neue Autos kaufen

Autofahrer, die künftig neue Autos kaufen wollen, werden sich künftig nicht mehr nur die Frage nach den PS-Zahlen und dem günstigsten Verbrauch stellen. Neue Autos zu kaufen heißt auch, sich mit Software auseinandersetzen zu müssen. Denn die neuen Autos werden zunehmend zur Schnittstelle einer digital vernetzten Welt, eine Entwicklung, welche die Geschichte des Automobils vollkommen umkrempeln wird. Und nicht nur die Geschichte des Automobils, sondern auch die Autobauer. Und diese haben nicht wenig mit dieser neuen Entwicklung zu kämpfen, da sie sich auf ein Terrain betreten müssen, welches ihnen bislang völlig fremd war. Vor welchen Problemen sie stehen und wie unsicher die Autos der Zukunft noch sind, zeigt nicht zuletzt der Autobauer BMW.

Sicherheitsprobleme in den Autos der Zukunft

Die Bayern mussten weltweit 2,2 Millionen Fahrzeuge zurückrufen, welche mit dem sogenannten ConnectedDrive-System ausgerüstet waren. Das System wird seit März 2010 in Modellen von BMW verbaut. Und seit diesem Zeitpunkt fuhren die Wagen mit einem Sicherheitsproblem herum, welches es Hackern und technisch versierten Autoknackern leicht gemacht hätte, die Wagen zu stehlen. Das System verfügt über ein Mobilfunkmodul, über welches per Smartphone-App die Fahrzeugfunktionen bedient und die Türen entriegelt werden können. Hier ermöglichte das Sicherheitsleck, dass auch Autoknacker das Auto per Handy öffnen konnten.

Neue Autos stellen alle Beteiligten vor neue Herausforderungen

Dass die Mobilität der Zukunft und das autonome Fahren alle Beteiligten vor Herausforderungen stellt, erkennt man daran, dass sowohl die Hacker und Autoknacker, die sonst schnell auf Innovationen reagieren, als auch die Testinstitute so lange Zeit gar nicht auf das System aufmerksam geworden sind. Der ADAC entdeckte das Sicherheitsleck in den Autos der Zukunft im vergangenen Jahr zufällig, als er das Steuergerät untersuchte. Die Sicherheitslücke konnte zwar problemlos geschlossen werden, doch es stellt sich die Frage nach der Sicherheit der Mobilität der Zukunft. Die neuen Autos werden zunehmend mit Software ausgerüstet, wodurch auch die Sicherheitslücken ansteigen und Hackern eine Angriffsmöglichkeit bieten. Dies wird vor allem beim autonomen Fahren ein Problem, da Cyberkriminelle auch die Kontrolle über Sicherheitselemente der Autos der Zukunft übernehmen können.

Keine neuen Autos kaufen

Die digitale Revolution ist für die Geschichte des Automobils eine gewaltige Zäsur. Die Autobauer müssen umdenken und zunehmend mit IT-Unternehmen zusammenarbeiten, um der Lage Herr zu werden. Andererseits drängen Internet-Konzerne wie Google auf den Markt der Mobilität der Zukunft und des autonomen Fahrens, was viele verunsichert. Auch IT-Experten sind skeptisch angesichts der Entwicklung, die sich verschärfen wird, wenn das Notrufsystem e-Call zur Pflicht für Neuwagen wird, da die Dienste nicht abgeschaltet werden können. IT-Experte Ralf-Phillip Weinmann bringt es daher in einem Interview mit dem Magazin Spiegel mit wenigen Worten auf den Punkt. Wer ein Auto mit einer hohen IT-Sicherheit haben möchte, sollte künftig keine neuen Autos, sondern richtig alte kaufen.

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