Was tun bei Fehlbetankung?

Morgens verschlafen auf dem Weg zur Arbeit, in Gedanken an der Zapfsäule die falsche Pistole gegriffen. Fehlbetankung von Fahrzeugen ist kein so seltenes Phänomen wie viele meinen. Allein 2012 mussten die gelben Engel vom Automobilclub ADAC ausrücken, um Fahrern in Not zu helfen, die den falschen Kraftstoff getankt haben.

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Eine Fehlbetankung kann teuer werden Foto: © Jurec/pixelio.de

 

Vielfältige Gründe

Die Ursachen für eine falsche Betankung sind vielfältig. Neben dem bereits beschriebenen Missgeschick sorgen irreführende Bezeichnungen der einzelnen Spritsorten für Verwirrung. Auch Aufkleber lenken ab. Einige der liegengebliebenen Fahrer gaben an, sie hätten vergessen, dass sie einen Diesel fuhren, da ja heutzutage alles gleich klinge. Zwar sollte es mit den unterschiedlichen Durchmessern der Zapfpistolen unmöglich gemacht werden, den Wagen falsch zu betanken. Allerdings ist bei einigen Autos wie dem Golf V und dem Skoda Octavia II die Tanköffnung so konzipiert, dass auch die Diesel-Zapfpistole passt.

Motor sofort ausmachen

Was auch die Gründe für das Missgeschick waren, bei einer Falschbetankung sollte umgehend gehandelt werden. Bei älteren Dieselfahrzeugen sind ein paar Liter Benzin gemischt mit Restdiesel nicht allzu schwerwiegend. Bei modernen Fahrzeugen ist es hingegen schon problematischer. Wenn der Fehler früh bemerkt wird und der Motor noch nicht angelassen wurde, reicht zumeist ein Abpumpen des Benzins. Ist das Benzin allerdings bereits in den Motor gelangt, kann es teuer werden. Besonders bei Triebwerken mit Pumpen und Düsen oder Common-Rail-Systemen wird der notwendige Schmierfilm des Diesels schnell zerstört, das Fahrzeug nimmt Schaden. Dann kann es schnell notwenig werden, das gesamte System zu tauschen. Mehrere Tausend Euro Kosten sind die Konsequenz.

Auch Benziner leiden

Ist Diesel in den Tank eines Benzinmotors gelangt, ist es hier natürlich auch besser, den Motor nicht mehr zu starten und eine Werkstatt kontaktieren, die den Tank auspumpt. Kleinere Mengen Diesel können älteren Fahrzeugen je nach Motor bei vorsichtiger Fahrweise und stetigem Nachtanken kaum etwas anhaben. Bei Benzinern mit modernen Einspritzanlagen muss schlimmstenfalls das Einspritzsystem ausgetauscht werden. Für die hohen Kosten hat das Niedersächsische Finanzgericht allerdings geurteilt, dass der Austausch der beschädigten Teile als Werbungskosten abgezogen werden kann. Konkret ging es in dem Fall um einen Mann, der nach einer Falschbetankung Reparaturkosten in Höhe von 4.300 Euro tragen musste. Als Begründung gab das Gericht an, dass neben der Entfernungskostenpauschale auch Unfallkosten anerkannt würden.

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