Defektes Zündschloss: GM muss nicht für tödliche Unfälle haften

Das berüchtigte Zündschloss. GM schockte im vergangenen Jahr mit dem Eingeständnis, jahrelang von einem defekten Bauteil gewusst zu haben, welches die Ursache für mehrere tödliche Unfälle war. Lange Zeit versuchte der Autobauer abzuwiegeln und rechnete die Anzahl der durch das defekte Zündschloss von GM verunglückten Menschen herunter. Vor einigen Tagen jedoch gestand General Motors ein, dass weit mehr Menschen durch den defekt ums Leben kamen als bislang angenommen. Nun die Überraschung. Ein Richter entschied nun, dass der Autobauer nicht für die Todesfälle haftbar gemacht werden kann, die durch das Zündschloss von GM ums Leben kamen. Und auch die General Motors Aktie hat sich wieder erholt.

Zündschloss GM Foto: © Bastian Scheefe/pixelio.de

Zündschloss GM Foto: © Bastian Scheefe/pixelio.de

Schweres Erbe

Mary Barra hat ein schweres Erbe übernommen. Die erste Frau, welche die Leitung eines Unternehmens übernahm, welches zu einer Männerdomäne gehörte, war erst wenige Tage im Amt, als einer der größten Skandale bekannt wurde, die General Motors erschütterten. Seit mehreren Jahren hatte ein defektes Zündschloss von GM dafür gesorgt, dass es zu zahlreichen Unfällen kam, bei denen auch Menschen ums Leben kamen. Der Defekt sorgte dafür, dass der Schlüssel im Zündschloss von GM plötzlich auf die Aus-Position springen konnte, was dazu führte, dass auch die Sicherheitssysteme der Fahrzeuge ihren Dienst einstellten. Der Defekt hätte frühzeitig durch einen Rückruf behoben und die Unfälle verhindert werden können. Der Autobauer wusste um das Problem mit dem Zündschloss. GM allerdings entschloss sich, es zu ignorieren.

80 Tote, 150 Verletzte

Aufgrund der Unfälle haben zahlreiche Geschädigte eine Sammelklage gegen das Unternehmen gestartet. Doch lange Zeit war unbekannt, wie viele Menschen zu Schaden oder ums Leben kamen durch das defekte Zündschloss. GM rechnete erst mit einer Handvoll Todesopfer, musste jedoch die Anzahl nach und nach erhöhen. Nun gestand der Fahrzeughersteller ein, dass mehr als 80 Menschen starben und knapp 150 Personen verletzt wurden, durch den Defekt des Zündschlosses. GM muss allerdings keine Konsequenzen fürchten.

Für Fehler des Vorgängers keine Haftung

Das Eingeständnis von General Motors war für viele Angehörige eine Erleichterung, zumal das Unternehmen bereits einen Fonds eingerichtet hat, der mehrere hundert Millionen Dollar enthält. Doch nun der Schock: Ein Richter entschied nun, dass das Unternehmen nicht für die Unfälle haftbar sei. Die Vorgängergesellschaft sei verantwortlich für das defekte Zündschloss. GM hatte 2009 in Insolvenzverfahren durchlaufen, die jetzige Gesellschaft sei nicht dafür verantwortlich, was der Vorgänger falsch gemacht habe, so die Begründung. Für die Angehörigen ein Schlag ins Gesicht.

Aktie hat sich erholt

Dieser Meinung ist auch Bob Hilliard, der Anwalt, der die Kläger vertritt im Fall um das defekte Zündschloss. GM verfüge über Milliarden und die Opfer und deren Familien werden der Gerechtigkeit beraubt. Doch General Motors scheint aus Teflon zu bestehen, es bleibt auf lange Sicht nichts an der Marke kleben. Im vergangenen Jahr ist die General Motors Aktie im Oktober zwar eingebrochen, doch sie hat sich wieder erholt. Die General Motors Aktie liegt derzeit wieder bei rund 37 Dollar. Neben der General Motors Aktie konnte das Unternehmen zudem im vierten Quartal 2014 einen deutlich höheren Nettogewinn als im Vorjahreszeitraum einfahren, was der General Motors Aktie neuen Auftrieb gab.

Schenke Sterne

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


sechs × = 30

DAPARTO Blog © 2015 Impressum Frontier Theme